Neuinszenierung von Hamlet feiert Premiere am Jungen Theater Göttingen

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Neue Spielzeit: Am Jungen Theater inszeniert Intendant Nico Dietrich William Shakespeares Hamlet.

Göttingen. William Shakespeares Hamlet - mit der Tragödie über Liebe und Rache steigt das Junge Theater Göttingen am Freitag, 9. September, in die Saison ein.

Ein Stück, in dem 32 Figuren vorkommen, mit nur sechs Personen spielen? Dieser Herausforderung stellt sich das Junge Theater Göttingen mit der Neuinszenierung des klassischen Theaterstücks.

„Hamlet macht man nicht so oft. Wir wollen es jetzt wissen“, sagte Intendant Nico Dietrich. Er verspricht ein modernes Stück, das sich dennoch an das alte Versmaß hält. „Wir wollten keine Prosafassung.“

Jung und Alt verbindet auch die Geschichte um den dänischen Prinzen Hamlet: „Die junge Generation wehrt sich gegen die alte, scheitert aber bei ihrem Aufstand“, erzählte Dietrich. Denn der dänische König wird von seinem Bruder umgebracht, die Witwe heiratet den Mörder. Hamlet, der Sohn des Toten, entwickelt Rachegelüste, stürzt dabei aber alle Beteiligten ins Unglück. Shakespeares Hamlet ist damit eine Tragödie über Liebe, Rache und Tod.

In seiner Inszenierung will Dietrich die Maskerade der alten Zeiten deutlich machen, ihm gehe es um Wahrheit, Ehrlichkeit und das Verhalten anderen gegenüber. „Alle spielen sich etwas vor. Es geht darum herauszufinden, wer ich bin und wie ich handle“, sagte der Intendant.

Nur wenige Tage vor der Premiere nähern sich die Proben ihrem Ende, die Schauspieler singen die letzten Lieder und üben die entscheidende Fechtszene. Mit Christian Ewald sei dafür sogar ein professioneller Fechttrainer engagiert worden, sagte Dietrich. „Polonius und Ophelia sind schon tot. Wir spielen gerade die Totengräber-Szene.“

Dabei stehen die Schauspieler vor einer „tollen Herausforderung“. „Wir werden viele Doppelbesetzungen haben“, so Dietrich. Obwohl im Stück selbst 32 unterschiedliche Figuren vorkommen, muss der Intendant in seiner Inszenierung mit gerade einmal sechs Schauspielern arbeiten. So sei das Stück aber eine Gemeinschaftsarbeit des Ensembles geworden.

Bei so vielen Doppelbesetzungen und wenigen Schauspielern müssen auch die Kostüme schnell gewechselt werden. „Wir versuchen den Spagat zwischen Stoffen aus dem Hofleben und modernen Schnitten zu schaffen“, sagte Susanne Ruppert, die für Kostüme und Bühnenbild zuständig ist. Einkleider wie an großen Theatern gibt es allerdings keine.

Mit Shakespeares Hamlet werfe das Junge Theater ein Schlachtschiff in den Ring, sagte Dietrich. „Hamlet ist der entsprechende Auftakt zur neuen Spielzeit.“

„Wir wollen mit dem Stück auch zeigen, was wir hier so alles können“, schmunzelt Intendant Dietrich. (chm)

• Premiere „Hamlet“, Freitag, 9. September, 20 Uhr im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, in Göttingen. Karten unter Tel. 0 551/49 50 15, kasse@junges-theater.de

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