Neun Beamte als Lebensretter: Medaillen für die Göttinger Berufsfeuerwehr

Einsatz unter Lebensgefahr: Für ihre Hilfe bei dem Einsturz einer Gewölbedecke im vergangenen Jahr wurden neun Beamte der Berufsfeuerwehr mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet. Foto: Rampfel

Göttingen. Es war ein langer und gefährlicher Feuerwehreinsatz: Im November 2015 kam es an der Burgstraße in der Göttinger Innenstadt zum Einsturz einer Gewölbedecke im Keller eines alten Hauses.

Für ihren Einsatz bei der Rettung der teilweise verschütteten Person wurden jetzt neun Berufsfeuerwehrleute mit der Rettungsmedaille des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler nahm die Ehrung vor und überreichte die Urkunden.

„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich hier lebend rauskomme“, sagte der Handwerker aus dem Eichsfeld direkt nach seiner Rettung. Damals stand der verunglückte Mann in einem 70 Zentimeter tiefen Erdloch im Keller, um Abwasserleitungen zu verlegen. Dabei gab eine Wand aus Naturstein nach und begrub den Arbeiter unter sich. Das Opfer war während und nach der aufwendigen Rettung ansprechbar.

Menschenleben gerettet

Fast drei Stunden brauchten die Einsatzkräfte damals, um den Mann aus dem Geröllhaufen zu befreien. Dazu wurden noch während des Einsatzes fünf Gartenschaufeln gekauft, weil man mit den großen Geräten der Feuerwehr nicht weiterkam.

Rettungsdienst, Feuerwehr sowie Technisches Hilfswerk (THW) waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Außerdem waren zwei Notärzte im Einsatz. Die Feuerwehr sicherte mit Stützbalken Wände und Decken im Keller. Doch trotzdem stürzten während der Rettungsaktion immer wieder Mauerteile ein - Arbeit unter Lebensgefahr.

Genau deshalb wurden jetzt die Rettungsmedaillen verliehen - erstmals an Beamte der Göttinger Berufsfeuerwehr. Diese wird nur an Helfer vergeben, die ein Menschenleben unter Lebensgefahr gerettet haben. Zu den Gefahren zählten neben dem Einsturz des Gebäudes unter anderem ausströmendes Gas, freiliegende Stromkabel und eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid.

Keller mit Beton aufgefüllt

Ein Vorgehen unter Atemschutz war in dem engen Keller nicht möglich. „Die Verleihung soll nicht zum Heldentum aufrufen“, sagte Martin Schäfer, Chef der Berufsfeuerwehr. Der betroffene Keller ist heute komplett mit Beton aufgefüllt. Eine andere Sanierung kam nicht in Frage.

Mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet wurden die Beamten Jens Austinat, Hubert Henne, Sascha Klemme, Jürgen Neupert, Michael Peters, André Riesner, Dennis Rohmann, André Wagner und Frank Wittwer. (ysr)

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