Verwaltung legt neue Projektplanung bis Sommer vor

Umstrittenes Konzept: Nonnenstieg wird neu geplant

Göttingen. Das umstrittene Konzept für das „Lebensquartier Nonnenstieg“ der EBR-Projektentwicklung GmbH und des Wiener Architektenbüros Dietrich/Untertrifaller ist aus dem Rennen.

Das sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg in der Bürgerfragestunde des Bauausschusses. Die Stadtverwaltung bereite unterschiedliche Entwürfe vor und werde diese bei einer Bürgerversammlung noch vor der Sommerpause vorstellen. Diese Projektentwürfe sollen als neue Diskussionsgrundlage dienen. Gegenüber dem Investor gäbe es keine Verpflichtungen. Danach hatte die Fraktion der Grünen gefragt.

Damit haben sowohl Nonnenstieg-Bürgerinitiative als auch Verein Pro Nonnenstieg ihr Ziel erreicht: das Neuaufrollen der Planung für Wohn- und Geschäftshäuser auf dem ehemaligen Gelände des Instituts für den wissenschaftlichen Film (IWF). Hintergrund der Neuplanung ist auch, dass die Verwaltung die Geschossflächenzahl von 1,2 auf 0,95 reduziert hatte und eine so enge Bebauung wie von den Wiener Planern vorgesehen nicht mehr möglich gewesen wäre.

Die Sprecherin der Nonnenstieg-Bürgerinitiative, Elisabeth Gregorius, bewertet die Neuplanung als „wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer demokratisch legitimierten Entscheidungsfindung“. Der Verein Pro Nonnenstieg, der einen Einwohnerantrag im März gestartet hatte, mit dem Ziel, eine Neuplanung durchzusetzen, „begrüßt die Einbeziehung der Öffentlichkeit sehr“, wie Arnold von Zeppelin mitteilt.

Befürchtungen

Allerdings geht diese Pro Nonnenstieg nicht weit genug: „Bedauerlicherweise scheint die Öffentlichkeit auch diesmal nicht in die Erarbeitung der Kriterien für die Neuplanung selbst einbezogen zu werden“. Die Befürchtung ist deshalb, dass es ebenso wie bei der ersten Konzept-Auswahl laufen könnte, ein sogenanntes „Masterszenario“ ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und Umwelt- und Naturschutzgutachten hatte zur Auswahl des nun gekippten Konzeptes geführt. Pro Nonnenstieg ist auch mit der neuen Geschossflächenzahl von 0,95 nicht zufrieden, sie öffne einer dichten Bebauung Tür und Tor und sei für das IWF-Gelände im Vergleich zur umliegenden Bebauung zu hoch. Die Nonnenstieg-Bürgerinitiative ist zunächst froh über die Kehrtwende, Mitglieder wollen den Vorschlag unterstützen, eine öffentliche Bauausschusssitzung mit Bürgerversammlung einzuberufen.

Die Kritik beider Initiativen richtete sich gegen eine zu dichte und hohe Bebauung auf dem Gelände, das zudem den wertvollen Baum- und Tierbestand gefährde. Zudem sollte das Projekt über mehrere Jahre realisiert werden, das hätte eine Dauerbaustelle bedeutet, für Anwohner und Neubewohner der zuerst gebauten Häuser auf dem IWF-Gelände.

Von Thomas Kopietz

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