Tag des offenen Hofes: Bauern brauchen viele Standbeine

Gastgeber: Annette und Wolfgang Wollenweber (hinten) sowie ihre Kinder Sabine und Felix freuen sich darauf, den Besuchern am Sonntag unter anderem ihren neuen mobilen Hühnerstall präsentieren zu können. Foto: Schröter

Göttingen/Northeim. Der Tag des offenen Hofes lockt jedes Jahr in Südniedersachsen tausende Interessierte in die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe. Am Sonntag, 12. Juni, stellen sich jeweils zwei Bauernhöfe aus den Landkreisen Göttingen und Northeim vor.

„Wir freuen uns darauf, allen Interessierten unsere Landwirtschaft zu zeigen, zu erklären und begreiflich zu machen“, sagt Annette Wollenweber aus Lichtenhagen bei Friedland. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang führt die Agraringenieurin den 1902 gegründeten Betrieb bereits in vierter Generation als Nebenerwerbshof. Seit einiger Zeit greifen ihnen zwei ihrer vier Kinder, die beiden Zwillinge Sabine und Felix, kräftig unter die Arme. Beide sind ausgebildete Landwirte und sollen den Hof später einmal übernehmen.

„Ein normaler Landwirtschaftsbetrieb sind wir nicht“, sagt Annette Wollenweber. Seit der Gründung bereits ist das gleichnamige Gasthaus das zweite Standbein der Familie. „Von der Landwirtschaft allein könnten wir kaum existieren“, sagt sie. Die 130 Hektar, die die Familie bewirtschaftet und auf denen sie Raps, Weizen und Gerste anbauen, würden dafür nicht ausreichen. „Früher hatten wir auch Kühe, Mastbullen und Schweine, aber das ist viele Jahre her“, so Wollenweber.

Neue Wege

„Wenn man als landwirtschaftlicher Betrieb heutzutage wachsen will, dann ist das gar nicht so einfach“, sagt Felix Wollenweber. Landwirtschaftliche Flächen seien rar oder sehr teuer. Aus diesem Grund habe sich die Familie auch entschieden, neue Wege zu gehen und zur Tierhaltung zurückzukehren - allerdings im viel kleineren Stil. Seit diesem Monat betreiben die Wollenwebers einen mobilen Hühnerstall mit 200 Hennen und verkaufen die frischen Eier direkt auf dem Hof. „Das ist relativ kostengünstig und damit nicht so risikoreich“, sagt Tochter Sabine. „Und durch die Direktvermarktung ist die Gewinnspanne auch etwas größer.“

Wie gut es die freilaufenden Hühner bei den Wollenwebers haben und wie abwechslungsreich das Leben auf einem Hof ist, davon können sich die Besucher selbst ein Bild machen. Auf dem Programm stehen dann neben der Eröffnung mit Gottesdienst und einem musikalischen Frühschoppen unter anderem Feldrundfahrten mit umfassenden Erklärungen, eine Tierschau (Schweine, Bienen, Hühner, Alpakas, Kälber), Grundwasserschonende Landwirtschaft, eine landwirtschaftliche Maschinenschau sowie ein Kinderprogramm. Außerdem gibt es Infos rund um die Landwirtschaft am Infomobil des Landvolkes sowie eine Milchbar und das Landfrauencafe. (per)

Vier Betriebe öffnen am Sonntag in der Region ihre Pforten

Der Tag des offenen Hofes läuft am Sonntag, 12. Juni, von 10 bis 18 Uhr. Hier die Adressen der vier teilnehmenden Betriebe aus den Landkreisen Göttingen und Northeim:

• Familie Wollenweber, Mahlmannstraße 13, 37133 Friedland-Lichtenhagen;

• Bioenergie Gieboldehausen GmbH & Co. KG, An der Molkerei 6, 37434 Gieboldehausen;

• Niedersächsisches Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück, Gestütstraße 10, 37586 Dassel-Hunnesrück;

• Biolandbetrieb Penk, Zum Scheerenberg 5, 37186 Moringen-Großenrode.

Alle Informationen zum niedersachsenweiten Aktionstag gibt es zudem im Internet. (per)

www.tag-des-offenen-hofes-niedersachsen.de

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