Der HNA-Check – so war es

Open-Air im Kaiser-Wilhelm-Park: Wunderbare Mischung im Wald

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Kraftvoll wie einst: Michael Sadler von Saga ist über 60 – hat aber Power und Charisma wie einst. 

Göttingen. Zwei Tage Rock im Wald beim KWP-Open-Air . Wie die 26. Auflage verlief, das zeigt unserer Kurz-Check.

Wetter

Die rührigen Veranstalter vom Fachbereich Kultur wurden verdienterweise belohnt: Freitag ein lauer Sommerabend – passend zum Programm mit der chilligen Namika. Samstag kühler, aber der Regen stoppte eine Stunde vor Beginn.

Ambiente

Schöner geht es fast nicht. Fehlt nur noch ein beleuchteter See samt Beach. Alljährlich wird das Gelände schöner, übersichtlicher, die Stimmung kuscheliger.

Die Mischung

Die KWP-Macher um die federführende Margot Blotevogel haben ein Händchen für eine wunderbare Mischung – so auch diesmal: Namika für die Jüngeren und Saga für die Altrocker zeigen, worum es geht: um die Mischung. Die wird komplettiert durch hoffnungsvolle Nachwuchsmusiker, diesmal die einst am Theodor-Heuss-Gymnasium gegründete Pop-Rock-Band „Better Than“ und das Local-Heroes-Gewinner-Duo Marykicksmary mit ihren gefühl- und kraftvollen Songs. Das Engagement ist auch Nachwuchsförderung, ermöglicht das Spielen vor großem Publikum und die Gage ist wichtig. Better Than wollen sie in eine Videoproduktion investieren.

Außergewöhnliches

KWP-Besucher können immer auch „neue“ Musik und Musiker entdecken. Diesmal waren das „Fatcat“, eine Soul-Funk-Rockband mit Bläsern und viel Druck, die zum Abschluss am Samstag viele zum Tanzen brachten. Oder: „Meute“, eine ganze, elfköpfige Mannschaft von Blasmusikern, die Crossover-Musik präsierten und eine Show auf der Bühne. Sehens- und hörenswert. Beachtlich auch die versierten Rock-Musiker von „Querbeat“ bei ihrem Heimspiel in Göttingen. Noch beeindruckender am Freitag das Göttinger Projekt „Flutlicht“ mit jungen Geflüchteten, sie sangen Lieder aus ihren Heimatländern – unter Leitung von Hans Kaul.

Sound

Stark. Das Tonteam schafft es, die schwierige Location mit Bühnenvorraum, Terrassen und Sitzraum oben zu beschallen – eine schwierige Aufgabe. Bei Saga gab es im oberen Bereich Probleme. Die Band hatte aber auch ihren nicht ortskundigen Soundmixer im Gepäck.

Publikum

Eine wunderbare Mischung gab es am Freitag. Vom Enkel bis zum Opa bewegte sich die Menge zum Beispiel bei Namika. Das gab es so beim KWP noch nie und machte auch die Veranstalter glücklich. Generell waren die Besucher wieder sehr entspannt, diszipliniert und einfach gut drauf. Musikmix und Wald-Atmosphäre erzeugen diese Wirkung.

Stars

Namika zeigte, dass sie weit mehr ist als ihr Mega-Hit „Lieblingsmensch“. Eine Hip-Hopperin, eine Rapperin und eine Kämpferin für Vielfalt, Integration und Menschlichkeit. Eine starke Band und die Stimme kamen prima rüber. Der Auftritt passte bestens in die laue Sommernacht. Highlights: „Kompliziert“, die zweite Singe evon Namika und „Na-Mi-Ka“. Ein Genuss, auch für Ältere. Saga machten den Sound, der die Band zu Superstars in Deutschland gemacht hat, damals Anfang der Achtziger. Das Publikum war deshalb im Schnitt am Samstag deutlich älter, aber ebenso begeisterungsfähig wie die Youngster am Freitagabend. Saga um den charismatischenb Sänger Michael Sadler räumten ab, spielten sämtliche Hits wie „Wind him up“ oder „On the loose“. Saga lockten Fans von weit her an – sogar aus Schweden, die von Moderator Christoph Huber extra begrüßt wurden, ebenso wie die aus dem nahen Bovenden. Fazit Huber: „Ein sagahafter Auftritt“. Stimmt.

Von Thomas Kopietz und Harald Kuhl

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