Mit Ottobock-Sonderanfertigung zum paralympischen Feuer

Ohne die Halterung hätte es wohl nicht geklappt: Clodoaldo Silva entzündet das Paralympische Feuer in Rio de Janeiro. Techniker aus Duderstadt hatten noch fix eine Halterung am Rollstuhl angebracht. Foto: Getty/nh

Göttingen/Duderstadt. Einen immensen Service-Umfang hat der Orthopädie-Technik-Weltmarktführer Ottobock aus Duderstadt bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro betrieben: Die weit mehr als 100 Mitarbeitern darunter mehr als 70 Techniker aus 26 Ländern, führten 2346 Reparaturaufträge für Athleten und Mannschaften aus.

Unter dem Strich standen so in dem eigens errichteten 650-Quadratmeter großen Service-Zentrum 3361 individuelle Reparaturen innerhalb von gut zwei Wochen.

Insgesamt wurden 2745 Rollstühle, 438 Prothesen und weitere 178 Orthesen repariert. Die Techniker arbeiteten im Schichtsystem von 7 bis 23 Uhr insgesamt 14.500 Stunden. Die meisten Reparaturen für die Teams mit den größten Delegationen wie Brasilien, Großbritannien, USA und China erledigt.

Und es gab auch ganz besondere Aufträge: So wurden nicht nur viele Fahnenhalter gebaut, sondern auch die Halterung für den brasilianischen Fackelträger Clodoaldo Silva, der die Paralympische Flamme während der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion entzündete, entstand erst kurz vorher in der Ottobock Werkstatt.

Kurzum: die Paralympics in Rio waren für alle Beteiligten von Ottobock ein außergewöhnliches Erlebnis, auch für den Firmen-Chef Prof. Hans Georg Näder. Nicht zuletzt, weil er die Partnerschaft von Ottobock mit dem Internationalen Paralympischen Kommitee bis Ende 2020 festzurrte.

Jubeln konnten auch die Ottobock-Botschafter, Athleten, die dem Unternehmen verbunden sind. Sie holten zwölf Gold-, zwölf Silber- und sieben Bronzemedaillen – darunter waren Heinrich Popow, Marlou van Rhijn, Martina Caironi und Ronald Hertog, die alle am vorletzten Wettkampftag einen Platz auf dem Siegertreppchen standen.

Eine besondere Überraschung bescherte die Kubanerin Malu Perez Iser, die erst 2015 während einer „Running Clinic“ mit Heinrich Popow und einem Ottobock Technikerteam das Laufen und Springen auf einer Sportprothese erlernt hatte: Sie gewann im Weitsprung die Bronzemedaille und ist damit die erste Teilnehmerin einer „Running Clinic“ überhaupt, die eine Medaille gewonnen hat. Um diesen Erfolg entsprechend zu feiern, reist Hans Georg Näder nach Kuba, um Malu Perez Ise rund das gesamte kubanische Team dort zu empfangen. (tko)

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