Physik für Flüchtlinge: Wissenschaftspreis für Trio aus Göttingen

Physik für Flüchtlinge: (von links) Philipp Stolte-Cord to Krax, Gerrit Horstmann und Tobias Orthen organisierten im vergangenen Jahr die Aktion. Foto: nh

Göttingen. Hohe Auszeichnung für drei Nachwuchsforscher der Universität Göttingen. Sie wurden für ihr Projekt „Physik für Flüchtlinge“ mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen geehrt.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) zeichnete Gerrit Horstmann, Tobias Orthen und Philipp Stolte-Cord to Krax insbesondere für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Ende 2015 stezten sie sich für das bundesweit einmalige Projekt „Physik für Flüchtlinge“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ein und erhalten nun jeweils ein Preisgeld von 2500 Euro.

Die Idee des Trios war, mit vielen Helfern im Dezember vergangenen Jahres jeden Tag in Flüchtlingseinrichtungen zu gehen und dort mit vorbereiteten haushaltsüblichen Materialien und unterstützt durch Filme mit den Flüchtlingskindern und Jugendlichen kleine physikalische Experimente vorzuführen. Die drei Studierenden begeisterten durch Aufrufe mehr als 1100 Freiwillige und 28 Flüchtlingseinrichtungen für die Aktion. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) half kurzfristig mit finanzieller Unterstützung. „Alle drei Studierenden sind durch besondere akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement aufgefallen“, sagte Prof. Dr. Arnulf Quadt von der Fakultät für Physik, der das Trio aus Göttingen für den Wissenschaftspreis vorgeschlagen hatte. „Sie haben sehr gute bis beste Studienleistungen erbracht und ihre Abschlüsse mit Bestnoten und Auszeichnung erreicht.“

Lob kommt auch von Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic: „Mit ihrem Projekt haben die drei Studierenden einen signifikanten Beitrag zur Willkommenskultur in Deutschland erbracht.“

Und die Preisträger Philipp Stolte-Cord to Krax, Jan Gerrit Horstmann und Tobias Orthen ergänzen: „Die Freude daran etwas herauszufinden – sie verbindet alle Menschen, unabhängig von Religion, Herkunft, Bildung, Kultur und Geschlecht.“

Hauptpreis

Den mit 25 000 Euro dotierten Hauptpreis ging an Prof. Dr. Karsten Danzmann aus Hannover. Er ist Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Er hat mit seinem Team einen wichtigen Teil der neuen Messtechnologie für die Gravitationswellen-Detektoren entwickelt. (bsc)

www.mwk.niedersachsen.de

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