Am Sonntag müssen die Bürger des Landes ihre Kommunalparlamente neu besetzen

Politiker, Walkampfsprüche und Plakate: Niedersachsen hat die Wahl

Hannover. Die Niedersachsen wählen am Sonntag ihre Kommunalparlamente, aber auch Landräte und Bürgermeister. Wir schauen auf Politiker, Wahlkampf-Sprüche und Plakate

22 Parteien im Rennen

Insgesamt 22 Parteien bewerben sich landesweit um die 29.116 Sitze in 2125 Kommunalvertretungen. Drei weitere Parteien wurden zwar von Landeswahlleiterin Ulrike Sachs zugelassen. Sie treten aber nirgendwo an, weil sie keine Kandidaten auftreiben oder wie die Republikaner nicht die notwendigen Unterstützer-Unterschriften zusammenbekommen konnten.

Dieses Schicksal ereilte mancherorts auch die so gefürchtete AfD, die etwa in Osnabrück nicht auf Stimmenfang gehen darf. Gleiches gilt für Hameln, wo sich AfD-Sympathisanten wegen des Verdachts auf Wahlfälschung Ärger mit der Staatsanwaltschaft Hannover eingehandelt haben.

Während die CDU landesweit 21 165 und die SPD 19 437 Bewerber ins Rennen schickt, konnten die Rechtpopulisten lediglich 740 Kandidaten mobilisieren. Auf den Listen der unabhängigen Wählergruppen stehen dagegen 12 928 Namen.

AFD im Fokus

Trotzdem schielen die etablierten Parteien mit Sorge auf die AfD – erst recht nach deren 20-Prozent-Erfolg bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Ergebnisse zu übertragen, ist etwas weit hergeholt“, meint CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler vorsichtig. Aber man müsse das Protestverhalten der Wähler durchaus ernst nehmen.

Ähnlich sieht es Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und beschwört die Vernunft seiner Landsleute: „Die Niedersachsen sind ein abgewogener, nüchterner Schlag Menschen.“ Natürlich werde es auch hier Stimmen für die AfD geben, „ (Göttingen zur kw)aber sehr viel weniger“ als im Nachbarland, hofft der Regierungschef. Weil rief zu Bürger auf, auch wirklich zur Wahl zu gehen. Die Wahlbeteiligung lag 2011 bei 52, 5 Prozent.

Plakatsprache

Warum nicht gleich der ganz globale Blick? „Deutsche Weltherrschaft“, fordert „Die Partei“ auf ihren Plakaten. „Jeden Freitag von 9 bis 17 Uhr“, lautet darunter die kleine Einschränkung. Dahinter steckt die Spaßtruppe des Satirikers Martin Sonneborn, der es mit seiner „Partei“ immerhin ins Europaparlament geschafft hat.

Aber auch die ernst auftretende Konkurrenz entfernt sich mit vielen ihrer Slogans und Botschaften recht weit weg von den Befugnissen der Gemeinderäte und Kreistage. Die Linke will den Reichtum besteuern und die Macht der Banken beschneiden, die AfD die deutschen Grenzen schließen und die EU-Pleitestaaten nicht länger unterstützen.

Während die Grünen mit Schweinen und Sonnenblumen auf Agrarwende („Saurichtig“) und Naturschutz („Ja, Klima!“) setzen, probieren es die drei anderen im Landtag sitzenden Parteien mehr mit Porträtfotos ihrer Kandidaten, die ihre Kompetenz für das jeweilige Gremium anpreisen: „Für den Rat. Zuhören. Ernstnehmen. Anpacken“, heißt es bei der SPD: „Zeit für Veränderungen“ beschwört die CDU. „Deutschland wird vor Ort entschieden“, meint die FDP.

Lesen Sie auch:

Das müssen die Göttinger für die Kommunalwahl am Sonntag wissen

Rubriklistenbild: © dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.