Polizei verhindert Massenschlägerei vor Fußball-Derby

Polizisten und festgenommene Fußballfans: Mit einem Großaufgebot verhinderten Beamte in Hildesheim im Vorfeld des Zweitliga-Derbys zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig eine Massenschlägerei. Foto: dpa

Hildesheim/Göttingen. Kurz vor dem brisanten Derby der Fußballclubs aus Braunschweig und Hannover hat die Polizei einen ersten Gewaltausbruch gerade noch verhindert.

Nahe einem Baumarkt in Hildesheim wollten sich Fans beider Lager prügeln. Die Polizei griff zu.

Die Polizei verhinderte am Freitag in den späten Abendstunden eine Massenschlägerei der verfeindeten Lager. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot aus ganz Niedersachsen vor Ort war, nahm rund 170 gewaltbereite Fußballfans fest, wie eine Polizeisprecherin sagte. Eine verabredete Prügelei konnte so gar nicht erst beginnen.

Die Polizei stellte zahlreiche Schlagwaffen sicher. Ernsthaft verletzt wurde nach ersten Informationen aber niemand. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Er ist offenbar beim Fluchtversuch eines Krawallmachers mit dem Auto angefahren worden. Insgesamt waren mehrere hundert Beamte im Einsatz.

Die Polizei will die Festgenommenen nun so lange wegsperren lassen, bis das Spiel am Sonntag in Braunschweig vorbei ist. Sie sollten „einem Langzeitgewahrsam zugeführt werden“, sagte die Polizeisprecherin. Die Maßnahme diene der Gefahrenabwehr. Ob Straftaten nachgewiesen werden können, müsse nun geprüft werden.

Eine so hohe Zahl von Festnahmen auf einen Schlag ist im Umfeld von Fußballspielen außergewöhnlich. Oft entwischen die Krawallmacher der Polizei. Von der geplanten Schlägerei in Hildesheim hatten die Beamten allerdings vorher erfahren und sich vorbereitet.

Polizei-Einsatzleiter Guido von Cyrson zog ein positives Resümee und appelliert an alle Fans: „Wir haben durch den Einsatz nicht nur Gefahren abgewendet, sondern werden mit den geplanten freiheitsentziehenden Maßnahmen in letzter Konsequenz auch das Gefahrenpotenzial des bevorstehenden Spiels erheblich reduzieren können. Und nun hoffen wir darauf, dass alle Fußballfans am Sonntag ein friedliches Spiel verfolgen können.“

Spiel „unter Bewährung“

Unbekannte hatten bereits am Freitag tagsüber Puppen mit 96-Schals an mehreren Brücken in Hannover aufgehängt. Außerdem wurde das frühere 96-Vereinsheim beschmiert. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach eine deutliche Warnung an alle potenziellen Krawallmacher aus: „Dieses Spiel findet quasi unter Bewährung statt“, teilte der Minister mit. (dpa/bsc)

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