Präsentation: Medusenkopf wird das Fossil des Jahres

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Göttingen. Die Paläontologische Gesellschaft lädt für Freitag, 14. Februar, ab 13 Uhr zur Präsentation des „Fossils des Jahres 2014“ in das Geowissenschaftliche Museum der Universität Göttingen ein. Dort wird Dr. Reimund Haudeeinen öffentlichen Vortrag halten. 

Thema wird das Erscheinungsbild und die Lebensweise der Riesen-Seelilie sein. Der Vortrag findet im Hörsaal MN14 statt. Bereits seit 2008 kürt die Paläontologische Gesellschaft alljährlich das Fossil des Jahres. Wurde diese Auszeichnung in den vergangenen Jahren ausschließlich an außergewöhnliche Einzelexponate verliehen, wird 2014 erstmalig das Augenmerk auf eine in vielen deutschen paläontologischen Museen vorhandene Stachelhäuter-Art gerichtet – das sogenannte „Schwäbische Medusenhaupt“ – auch Riesen-Seelilie (Seirocrinus subangularis) genannt.

Diese Tierart, die im Meer zu finden war, erreichte Größen von mehr als 15 Metern und lebte vor 185 Millionen Jahren im Erdmittelalter, der sogenannten Schwarzjura-Zeit. Fossilfunde von Seirocrinus sind seit mehr als 300 Jahren, vor allem aus Süddeutschland (Ohmden, Holzmaden) und England, bekannt geworden. Außereuropäische Fundstellen befinden sich in Kanada und Japan.

Berühmtheit erlangte die erste Beschreibung des Stuttgarter Hofpredigers und Doktors der Theologie, Eberhard Friedrich Hiemer, aus dem Jahre 1724, der eine um 1700 bei Ohmden in Württemberg gefundene Schieferplatte als Caput Medusae (Medusenhaupt) beschrieb und dabei mit heutigen Stachelhäutern aus dem Indischen Ozean und Arktischen Meer verglich.

Diese Originalplatte wurde kürzlich zum sogenannten Typus der Art Seirocrinus subangularis erklärt. Seit 1827 befindet sich der Medusenkopf in den geowissenschaftlichen Sammlungen der Universität Göttingen. (mel)

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