Mutmaßlicher Haupttäter ist 22 Jahre alt

Prozess vor dem Landgericht: Trio soll 150.000 Euro erpresst haben

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier muss sich seit Montag ein Trio verantworten. Rubrikenlistenbild: Schlegel

Göttingen. Ein Fahrzeugverkauf hat für einen Mann aus dem Landkreis Göttingen üble Folgen nach sich gezogen. Daraus wurde ein Erpressungsfall, der nun vor Gericht verhandelt wird.

Der neue Besitzer soll ihn – teilweise gemeinsam mit zwei Komplizen – durch massive Drohungen so unter Druck gesetzt haben, dass er seinen Erpressern nach und nach rund 150 000 Euro zahlte.

Seit Montag muss sich der 22-jährige mutmaßliche Haupttäter mit zwei 20 und 24 Jahre alten Mitangeklagten vor dem Jugendschöffengericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei aus dem Kosovo stammenden Männern räuberische Erpressung und versuchten Betrug vor.

Das Erpressungsopfer tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Angefangen hatte der Alptraum für ihn vor genau einem Jahr, als der 22-Jährige unter einem falschen Namen von ihm einen gebrauchten Lkw für 2500 Euro kaufte. Laut Anklage rief der 22-Jährige ihn wenige Tage später an und erklärte, dass er mit dem Lastwagen geblieben sei.

Der Angeklagte forderte den Vorbesitzer auf, ihm 4000 Euro für angeblich angefallene Abschleppkosten und weitere Kosten zu erstatten. Anderenfalls werde er dessen Firma in Schutt und Asche legen. Einige Wochen später forderte ihn der Angeklagte auf, ihm 2000 Euro zu leihen, weil er seine Frau aus einem Gefängnis in Kroatien freikaufen müsse. Der Zeuge war von den Drohungen so eingeschüchtert, dass er jeweils die geforderten Summen zahlte.

Der 22-Jährige habe dann den beiden Mitangeklagten erzählt, dass bei dem Zeugen Geld zu holen sei. Daraufhin hätten sie einen gemeinsamen Plan für weitere Erpressungen entwickelt. Unter anderem drohten sie dem Nebenkläger damit, dass man „alles niedermetzeln“ und seine Familie umbringen werde. Der Bedrohte übergab daraufhin den als Geldboten auftretenden Mitangeklagten weitere 15 000 Euro. Später legte er zweimal hohe Geldbeträge von 60 000 und 70 000 Euro in einem Versteck am Göttinger Schützenplatz ab.

Die Angeklagten sollen das Geld jeweils unter sich aufgeteilt haben. Als sie immer noch keine Ruhe gaben und einen weiteren Erpressungsversuch unternahmen, informierte das Opfer die Polizei.

Die nächste Geldübergabe fand unter Beobachtung der Fahnder statt, einige Tage später wurden die Angeklagten festgenommen.

Neben dem Lkw-Verkäufer sollen die Angeklagten auch noch andere Interessenten für Gebrauchtwagenverkäufe massiv bedroht und zu Geldzahlungen aufgefordert haben. Die beiden Mitangeklagten sollen einem Kaufinteressenten, der den geforderten Preis nicht zahlen wollte, mit einer Waffe bedroht haben. Der 22-Jährige soll einem Mann gedroht haben, ihm den Kopf abzuschneiden.

Das Gericht hat vier Verhandlungstage angesetzt.

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