Rad-Zeit, Stau-Zeit und Obamas Stuhl: Beobachtungen aus Hannover

Peter Mlodoch: HNA-Korrespondent in Hannover. Foto: nh

Göttingen/Hannover. Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat wieder genau hingeschaut und hingehört, was in der vergangenen Woche in Hannover so am Rande passierte.

Nachwuchs im Parlament

Kinder und Jugendliche in den Niedersächsischen Landtag geladen, um ihnen die die Arbeit von Parlament und Abgeordneten und so vielleicht die Politik schmackhaft zu machen.

Am besten gelang das offensichtlich der CDU – im wahrsten Sinne des Wortes. Dort gab es am Mittagsbüffet Geschnetzeltes mit Nudeln, Salat und zum Nachtisch Pudding mit Erdbeeren. Die SPD bot zwar einen Klassiker, nämlich Würstchen mit Kartoffelsalat, aber kein Dessert. Die Folge war: Etliche Schüler schlichen sich kurzerhand bei den Sozialdemokraten davon und stibitzten bei der Union am anderen Ende des Ganges die Süßspeise.

Der Stuhl des Präsidenten

Plötzlich war er weg, der „First Chair“, jener Stuhl, auf dem US-Präsident Barack Obama während der Eröffnungsfeier der Hannover Messe im Hannover Congress Centrum (HCC) Platz genommen hatte. Besucher beobachteten, wie ein Mann das Sitzmöbel samt Namensschild sofort nach dem Ende der Veranstaltung abtransportierte. Ein dreister Dieb, der ein ganz spezielles Souvenir einstreichen wollte? „Das war einer unserer Leute“, beruhigte HCC-Direktor Joachim König. Man habe sich den Stuhl mit Berühmtheitspotenzial selbst schnell sichern wollen, bevor jemand anderes auf dumme Gedanken gekommen sei. Jetzt will König das gute Stück „in geeigneter Form der Nachwelt erhalten“, vermutlich also in einer Vitrine ausstellen.

Stau-Zeit

Nach dem Stau ist vor dem Stau. Kaum haben sich die Bürger Hannovers von den erheblichen Verkehrsbehinderungen infolge des Besuchs von US-Präsident Obama erholt, da drohte neues Ungemach. Wegen der Aktionen zum 1. Mai wurde der Friedrichswall, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Landeshauptstadt und schon am vergangenen Wochenende Schauplatz der Anti-TTIP-Demo, gesperrt. Auch etliche andere Straßen waren von den Kundgebungen zum Tag der Arbeit betroffen. Die Bewohner des Zoo-Viertels, die bereits unter den hohen Sicherheitsmaßnahmen bei der Obama-Visite besonders gelitten hatten, müssen ab Montag neue Umwege fahren. Grund ist eine Großbaustelle auf der Hauptzufahrt.

Ministerin: Sommerappell

So richtig warm ist´s draußen nicht. Aber das schreckt Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) nicht davon ab, schon zu einer Sommeraktion aufzurufen. „Mit dem Rad zur Arbeit“ heißt diese und richtet sich an alle Berufstätigen. Sie sollen bis Ende August mindestens an 20 Arbeitstagen ihr Auto stehen lassen und auf einen Drahtesel umsteigen. Wie ist es um die Vorbildfunktion der auch für Gesundheit zuständigen Ressortchefin bestellt? „Die Ministerin ist auch schon mit dem Rad zur Arbeit gekommen“, berichtete eine Sprecherin etwas vage. Für passende Bilder sei aber gesorgt: Zum Startschuss am Dienstag werde Rundt „zumindest fototechnisch in die Pedale treten“.

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