Romanautor Guntram Vesper humorvoll in Göttingen

Guntram Vesper

Preisträger der Leipziger Buchmesse las im Alten Rathaus vor 300 Besuchern aus "Frohburg"

Göttingen. Ein Museum, ein Archiv, ein Lebenswerk - so hat die Jury des Leipziger Buchpreises den Roman „Frohburg“ von Guntram Vesper beschrieben und ihn ausgezeichnet. Nun hat der schon mit einer langen Reihe von Literaturpreisen ausgezeichnete Autor ein Heimspiel in Göttingen gegeben. Wegen der großen Nachfrage war die Lesung des Literarischen Zentrums ins Alte Rathaus verlegt worden.

Vor knapp 300 Besuchern gab Vesper eine Geschmacksprobe aus seinem Monumental-Opus. Mit einer Familiengeschichte geprägt von der Kriegszeit über sowjetische Besatzungszone und DDR und der Übersiedlung der Familie in den Westen ist dem Sohn eines Landarztes eine nichts beschönigende Spiegelung dieser bewegten Zeitspanne gelungen. Der Roman macht unmissverständlich klar: Seine Wurzeln hat der Autor nie ganz losgelassen.

Schon 1985 hat Vesper einen Gedichtband unter dem Namen seiner sächsischen Heimatstadt veröffentlicht. Dem Klappentext zu diesem Band ist zu entnehmen, dass sich die Gedichte „auf eine umfangreiche Sammlung von Aufzeichnungen“ stützten.

Es ist fast so, als müsste er sich warm laufen beim Lesen. So nüchtern, wie Vesper die ersten Passagen von seinen teils erschreckenden, frühen Erinnerungen aus Frohburg liest, so locker und mitteilsam zeigt er sich zum Schluss. „Ich habe gar nicht gedacht, dass er so viel Humor hat“, honoriert eine Zuhörerin die komische Szene mit dem 2007 gestorbenen Schriftsteller Walter Kempowski im Nörten-Hardenberger Restaurant Novalis.

Vespers Gesprächspartner Thedel von Wallmoden beschreibt treffend sein Changieren von erschütternden über unterhaltsame Passagen bis hin zu Spritztouren in die Literatursatire. Am Ende äußerte eine Besucherin den Wunsch: „Das als Hörbuch, das wäre das Größte!“ Foto: dpa

Guntram Vesper: Frohburg. Schöffling, 1008 Seiten, 34 Euro.

Von Ute Lawrenz

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