Thema im Gemeinderat

Statt Bahn-Haltepunkt Rosdorf: Bürgermeister Steinberg ist für mehr Busse und Bürgertaxi

Halten hier wieder Züge? Der alte Bahnhof in Rosdorf könnte reaktiviert und zum Haltepunkt für Cantus-Züge werden. Doch die Gemeindeverwaltung hat andere Vorstellungen. Foto: Kopietz

Rosdorf. Was wird aus dem Projekt Wiederbelebung Bahnhof Rosdorf? Das Thema wird den Gemeinderat in der Sitzung Ende Februar beschäftigen, wenn es erneut eine allgemeine Information zum möglichen Bahnhaltepunkt Rosdorf geben wird.

Zunächst war die Reaktivierung des alten Bahnhofsgebäudes im Süd-Osten von Rosdorf im Gespräch. Ein Vorschlag, mit dem sich viele Rosdorfer und voran Bürgermeister Sören Steinberg nicht anfreunden konnten: „Der Bahnhof ist abgelegen und eigentlich abseits der örtlichen Routen, die alle Richtung Göttingen ausgerichtet sind. Man würde zu lange brauchen, um zum Bahnhof Rosdorf zu gelangen“, sagt Steinberg.

In der Tat: Von stark frequentierten Wohngebieten im Zentrum oder am Hamberg wäre der Weg zum Bahnhof weit. In der selben Zeit kämen die möglichen Fahrgäste, würden sie sich in Richtung Göttingen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen, schon fast zum Ziel in der Uni-Stadt.

Vorschlag zwei der Planer wäre ein Haltepunkt näher an den Einkaufszentren am nord-östlichen Rand des Ortes, nahe des Baches Rase. Doch die Ideengeber hatten nicht bedacht, dass dort das Wichtigste für den Bau eines neuen Haltepunktes fehlt: ein verfügbares Grundstück. „Der Haltepunkt wäre dort sicher örtlich günstiger, aber er ist dort wegen der Eigentumsfrage so schnell nicht realisierbar“, sagt Steinberg. Das Fazit des Bürgermeisters ist deshalb eindeutig: „Angesichts der Investitionen von drei bis vier Millionen Euro für den Bau eines neuen Haltepunktes oder die Reaktivierung des Bahnhofs sehe ich das gesamte Projekt sehr kritisch.“

Und das, obwohl Verwaltungschef Steinberg die Reaktivierung von Bahnstrecken und Haltepunkten auf dem Land grundsätzlich für gut hält. Rosdorf aber sei anders: „Wir sind ganz nah dran an Göttingen, der Bahnhof ist in 15 Minuten per Bus erreichbar.“ Da mache eine Bahnanbindung keinen Sinn.

Stattdessen macht sich Steinberg für eine engere, also halbstündige Taktung des Stadtbusses stark. Und generell gefällt ihm – besonders für die anderen Ortsteile Rosdorfs – ein Modell, das sich in Dransfeld etabliert hat: der Bürgerbus. Ehrenamtlich fahren dort Kleinbusse und sorgen für die Anbindung der abgelegenen Orte wie Ossenfeld an Dransfeld und den Kaufpark in Göttingen. „So etwas könnte ich mir für Rosdorf vorstellen“, sagt Steinberg, „noch dazu mit dem Einsatz von E-Mobilen.“ Planerisch wäre das für Rosdorf ohnehin leichter umzusetzen, denn auch den Bahnhof müsste die Gemeinde planen, auch wenn die Projektidee vom Land und Landkreis kommt. Klar ist: 2016 wird eine Entscheidung über ein Ja und Nein zum Bahnhaltepunkt Rosdorf für Cantus-Züge fallen. Der Gemeinderat tagt am 29. Februar. 

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