1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen

Sahra Wagenknecht warb in Göttingen um Wählerstimmen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bissig, charmant, zielstrebig: Sarah Wagenknecht bei ihrer Wahlkampfrede in der Göttinger Innenstadt. Foto: Schröter
Bissig, charmant, zielstrebig: Sarah Wagenknecht bei ihrer Wahlkampfrede in der Göttinger Innenstadt. Foto: Schröter

Göttingen. Gute eine Woche vor der Bundestagswahl und mitten in der heißesten Wahlkampfphase bekam Gerd Nier, Göttinger Direktkandidat der Partei Die Linke, noch einmal prominente Unterstützung. In der Fußgängerzone warb Sahra Wagenknecht um Wählerstimmen.

Mehrere hundert Menschen waren gekommen oder stehen geblieben, um die charismatische 44-Jährige sprechen zu hören. Nachdem die ehemalige Europa-Abgeordnete mit 25-minütiger Verspätung die kleine Bühne vor der Jacobi-Kirche betreten hatte, schoss sie gegen die Politik der aktuellen schwarz-gelben Regierung. Gewohnt adrett im taubengrauen Kostüm und mit ebenso gewohnt spitzer Zunge.

Es ging um geschönte Arbeitslosenzahlen, Altersarmut und Mindestlöhne, aber auch um Waffenexporte, die „verboten gehören“, und ihre Freude darüber, dass es in Syrien zunächst keinen Militäreinsatz geben wird. Was den aktuellen Wahlkampf angeht, könnte dieser für Wagenknecht unspannender kaum sein. „Wenn es die Linke nicht gäbe, könnte man die Wahl auch ausfallen lassen“, sagte sie. „Es ist doch einfach armselig, wenn man da nur noch über Deutschlandketten und Stinkefinger diskutiert.“

Über die Umfragewerte der eigenen Partei, die sich „im zweistelligen Bereich befinden“, freue sich Wagenknecht. Nicht aber über den Zustand der SPD. „Es gibt eindeutige Signale, dass sich die SPD auf eine große Koalition einstellt und damit auf Kuschelkurs zur CDU geht.“ Und das könne nicht im Sinne der Wählerschaft sein.

Bei ihrem Werben für eine Mindestrente betonte Wagenknecht, dass die Menschenwürde, die laut Grundgesetz unantastbar ist, bei Altersarmut nicht mehr gewährt sei. „Es ist schade, dass sich ein so reiches Land wie Deutschland so etwas leistet.“ Mit Blick auf das viel zitierte „deutsche Jobwunder“, das es in ihren Augen nicht gibt, nannte sie den 22. September „eine gute Chance, Abgeordneten persönliche Erfahrungen damit zu erlauben“. Ihre Partei sei die „Rote Karte“ für die Regierungskoalition. „Deshalb bitte ich Sie, am kommenden Sonntag Die Linke zu wählen und der jetzigen Regierung die Rote Karte zu zeigen.“

Von Per Schröter

Auch interessant

Kommentare