Spielfläche der Göttinger S-Arena: Ein Parkettboden zum Abheben

Alter Boden wird wieder neu: In der Göttinger Tischlerei Welling sind zwei Mitarbeiter damit beschäftigt, die Bodenplatten der Spielfläche abzuschleifen. Foto: Kopietz

Göttingen. Ganz schön heruntergekommen – zumindest optisch: Das war die treffliche Beschreibung für den Parkett-Hallenboden, auf dem die Göttinger BG-Basketballer erst kürzlich in der heimischen S-Arena den Klassenerhalt erkämpft haben. Zur nächsten Saison wird er wie neu aussehen.

Neu ist er aber nicht, muss er auch nicht sein, denn die Mitarbeiter eines heimischen Handwerksbetriebes haben geschafft, was der Hersteller nicht tun wollte: Die gut zehn Zentimeter dicken Bodenplatten wurden einzeln in der Tischlerei Welling bearbeitet und in einen optisch hervorragenden Zustand versetzt.

„Wir haben uns die Platten angeschaut und nach einem Versuch war klar, wir machen das“, beschreibt der sportbegeisterte Christoph Welling die Aufgabe, die eine knifflige war. „Keine Platte ist gleich und keine ist wirklich eben, auch, weil an der Unterseite des Schwingbodens eine weiche Schicht ist, die Erschütterungen dämpft“. Der Schaumstoff aber durfte sich beim Schleifen nicht verformen. Die spezielle Schleifanlage machte es möglich, die Toleranzen auszugleichen – damit eine absolut ebene Oberfläche entsteht. Die wiederum ist notwendig, damit beim Verlegen keine Kanten herausragen, wie Jörg Bollensen sagt.

Die spezielle Schleifmaschine, die die Oberfläche elektronisch abtastet, kostet etwa 80 000 Euro.

Aber nach vielen Arbeitsstunden war es geschafft, alle Bauteile des Hallenbodens waren bearbeitet und konnten ausgeliefert werden. Für die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF) war das ein Glücksfall.

„Es ist natürlich toll, wenn das vor Ort ein Betrieb übernehmen kann, die Wege sind kürzer, der Kontakt schneller“, beschreibt Jörg Bollensen, der natürlich auch beim Hersteller des Bodens angefragt hatte. Ergebnis: negativ. Eine Aufarbeitung sei dort nicht möglich, hieß es.

Vielleicht spekulierte man dort auf eine Ersatzbeschaffung. Ein neuer Boden würde laut Bollensen zwischen 60 000 und 120 000 Euro kosten. Nun spart die GöSF durch die Aufarbeitung in Göttingen einige zehntausend Euro.

Der Hallenboden kann nun zwei bis drei Jahre bespielt werden. „Er ist natürlich nicht neu und kann auch nicht mehr oft abgeschliffen werden“, sagt Bollensen. Nach dem Lackieren werden die Spielfeld-Linien aufgebracht, und dann können dort die BG-Cracks – welche es in der neuen Spielzeit auch sein mögen – zu Korblegern und Dunkings abheben. Ob die Mannschaft der Veilchen in der Saison 2016/17 etwas hermacht, wird man sehen. Der Boden – bei Welling bearbeitet – wird jedenfalls wie neu aussehen und glänzen. (tko)

Von Thomas Kopietz

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