Städtisches Museum: Schau über die Sängerin des Göttingen-Liedes

Chanson-Sängerin und Komponistin Barbara: Sie stammt aus einer russisch-jüdischen Familie. Foto: dpa

Göttingen. Die Stadt über die sie ein Lied geschrieben hat, widmet der Chansonsängerin Barbara eine Sonderausstellung. Zu sehen ist sie ab Sonntag, 22. Mai, im Städtischen Museum am Ritterplan.

Die Ausstellung „Barbara“, widmet sich Leben und Wirken der gleichnamigen französischen Sängerin und Komponistin des Göttingen-Liedes. Die Sonderausstellung wird am Sonntag, 22. Mai, um 11.30 Uhr im Tapetensaal des Städtischen Museums eröffnet.

Anfang Juli 1964 kam Barbara während eines Gastspiels auf Bemühen des Intendanten Gunther Klein ins Junge Theater (JT). Ihre dort gesammelten Eindrücke verwendete sie im Chanson „Göttingen“ – ein Stück, das in Frankreich sehr beliebt werden sollte und so einen bedeutenden Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung lieferte. Auch viele Schulkinder in Frankreich kennen das Lied, ein Bekenntnis der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, entwickelt sich zum Symbol des jungen, 1963 erst abgeschlossenen Elysee Vertrags und steigert insbesondere die Bekanntheit der Universitätsstadt Göttingen in Frankreich. 1965 kam „Göttingen“ sogar in die französischen Charts. In Frankreich immer noch populär, ist das Göttingen Lied in Deutschland nicht und in Göttingen weniger bekannt. Das möchte diese Ausstellung ändern.

Darin wird erklärt, warum Barbara eigentlich gar nicht in Deutschland auftreten wollte. Sie musste sich während der Nazi-Herrschaft vor der Gestapo und dem Vichy-Regime.

Ein Versäumnis, ein Klavier und ein Flügel führten dazu, dass Barbara im Garten des Jungen Theaters, das damals noch an der Geismar Landstraße beheimatet war, während ihres dreitägigen Aufenthalts das Göttingen-Lied textet.

Am Eröffnungstag der Ausstellung gibt gibt es ein kleines Fest im Museumsgarten. Dabei dürfen sich die Gäste bis 18 Uhr auf französisches Flair mit Crêpes, Waffeln und Café noir freuen. Der Geschichtsverein präsentiert einen Büchertisch. Im Tapetensaal spielen „BeatboxTwo Unplugged“ von 16.30 Uhr für eine Stunde Musik und Chansons der 1960er-Jahre.

Begleitend zur Ausstellung ist ein vielfältiges Programm in Planung. Unter anderem sollen Käsesorten aus Frankreich gemeinsam mit Weinen aus Deutschland verkostet werden, Vorträge und Aktionen sollen vertiefende Einblicke in das Leben im Göttingen der 60er-Jahre und das deutsch-französische Verhältnis zwischen 1945 und 1964 geben. (bsc/tko) www.museum.goettingen.de

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