Steinwurf-Prozess: Gutachter attestiert Angeklagtem „Stalking-Verhalten“

Der Eingang zum Göttinger Landgericht: Hier wird gegen den 30-Jährigen verhandelt. Rubrikenlistenbild: bsc

Göttingen. Im Prozess um die gewalttätigen Attacken eines 30-jährigen Mannes aus Göttingen gegen seine Ex-Freundin hat am Freitag der psychiatrische Sachverständige Dr. Helge Laubinger sein Gutachten vorgestellt.

Dieser bezeichnete die in der Anklage aufgeführten Nachstellungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und Tätlichkeiten als „Stalking-Verhalten“. Der 30-Jährige neige im Rahmen von Konflikten offenbar zu impulsiven Verhaltensweisen. Sein Verhaltensmuster entspreche dem eines „zurückgewiesenen Stalkers“. Tatmotiv könnten Rache oder der Wunsch nach einer Wiederherstellung der Beziehung sein.

Da sich der Angeklagte einer Mitwirkung verweigert hatte, konnte sich der Gutachter nur auf die Informationen und Eindrücke stützen, die er im Laufe des Prozesses vor dem Landgericht Göttingen gewonnen hatte. Er kam zu dem Ergebnis, dass keine psychische Störung vorliege. Manche Stalker seien psychisch krank, es gebe aber auch psychisch gesunde Stalker. In diese Kategorie falle der Angeklagte.

Neue Beziehung

Dieser sei bis zu seiner Verhaftung seiner Arbeit nachgegangen und habe auch bereits wieder eine neue Beziehung gehabt. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit: „Psychiatrisch ist da einfach nicht viel zu holen“, sagte Dr. Laubinger.

Opfer der mutmaßlichen Stalking-Attacken war die 27-jährige Ex-Freundin des Angeklagten. Diese hatte sich im vergangenen Jahr von ihm getrennt, nachdem sie mehr als zwölf Jahre lang liiert gewesen waren.

Der 30-Jährige ist unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Er soll im November 2015 einen fast zehn Kilo schweren Stein von einer 3,50 Meter hohen Böschung auf einen Parkplatz heruntergeworfen haben, wo seine Ex-Freundin gerade eingeparkt hatte. Der schwere Betonstein verfehlte nur knapp eine Kollegin der 27-Jährigen. (pid)

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