Studienübergreifendes Projekt: Mehr Teamarbeit in Medizinberufen

Im Projekt dabei: Prof. Dr. Annette Probst, HAWK. Foto: nh

Göttingen. Für die Ausbildung am zukünftigen Gesundheitscampus Göttingen kann für zwei Jahre ein neues Lehrkonzept getestet werden. Dafür stellt die Robert-Bosch-Stiftung 90.000 Euro bereit.

Konkret geht es in dem Lehrkonzept mit dem Titel „InHAnds – Interprofessionelle Health Alliance Südniedersachsen“ um die gemeinsame Ausbildung von Studierenden in Gesundheitsberufen und in der Humanmedizin.

In Lehreinheiten zu den Themen „Professionen im Gesundheitswesen“ und „Interprofessionelle Zusammenarbeit“ lernen die Studenten der verschiedenen Studiengänge praxisorientiert, wie an der Krankenversorgung beteiligte Personen intensiver zusammenarbeiten können. Am Ende sollen auch neue Lösungsansätze in der Behandlung für die Patienten stehen.

Studierende können die Lerneinheiten des Projekts zusätzlich zu ihren Pflichtveranstaltungen besuchen – freiwillig. Start wird im Sommersemester 2017 sein.

Ein Projektschwerpunkt sei das Trainieren der Kommunikation im Team, wie Prof. Annette Probst, Vize-Präsidentin der mit der UMG den Gesundheitscampus betreibenden Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), betont. Es gehe auch darum , den Beitrag einzelner Disziplinen zum Patientenwohl zu ermitteln. „Die Bedürfnisse der Patienten sollen aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden.“

Aus der Humanmedizin kommt Prof. Tobias Raupach, der bereits in der Ausbildung auch in der Notfallmedizin tätig ist. Er glaubt, dass das Projekt dazu beiträgt, die unterschiedlichen Studiengänge an aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen anpassen zu können. Im neuen Lernzielkatalog für das Medizinstudium werde eine stärkere interprofessionelle Ausbildung gefordert.

Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und einer der Gründungsdirektoren des Gesundheitscampus, sieht in dem Projekt „einen ganz neuen Lehransatz“. Das interdisziplinäre Handeln und Denken zwischen Studierenden verschiedener Gesundheitsberufe unter Einbeziehung der Ärzte könne so erstmalig vermittelt und gefördert werden. Mehr noch: Kroemer ist sicher, dass „durch eine solche interprofessionelle Lehre die Qualität aller Studiengänge steigt“. Auch würden die Absolventen für ihre spätere Tätigkeit in der Region besser vorbereitet. (tko)

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