Susanne von Borsody beim Kultursommer: Starker Ausdruck starker Gefühle

Dreimensional: Die Veranstaltung über die mexikanische Malerin Frida Kahlo im Deutschen Theater in Göttingen bestand aus dem szenischen Vortrag von Susanne von Borsody, aus Fotografien zur Biographie der Malerin und Abbildungen einiger Werke sowie aus der Musik des Trios Azul. Foto: Eriksen

Göttingen. Mit einem Kranz aus bunten Stoffblumen im Haar, mit einem bestickten roten Seidenschal und an einem mit rotem Stoff verhüllten Tisch sitzend verkörperte die bekannte Theater- und Filmschauspielerin Susanne von Borsody in Göttingen die berühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo.

Die ausverkaufte Veranstaltung im Deutschen Theater bildete war gleichzeitig der Auftakt des Göttinger Kultursommers. Indem Borsody zwischen Tagebucheinträgen der Malerin, die sie lebhaft gestikulierend vortrug, und erläuternden biographischen Hinweisen wechselte, breitete sie vor dem Publikum das Leben und den Charakter einer starken, von physischen und seelischen Schmerzen gebeutelten Frau aus.

„Ich möchte gerne noch leichter sein, ein winzig kleines Etwas, das Du einfach in Deiner Tasche herumtragen kannst, immer und überall... Alex, schreib mir bald, und sag mir, dass Du mich sehr liebst und nicht ohne mich leben kannst, selbst wenn es nicht stimmen sollte...

Dein Mädchen, Deine kleine, Deine Frau oder was immer Du willst.“ So hieß es leidenschaftlich in einem der Briefe von Frida Kahlo an ihren ersten Freund, Alejandro Gómes Arias.

Illustriert wurde die szenische Lesung mit Fotografien aus dem Leben Frida Kahlos, ihr Vater war Fotograf, und vor allem mit Wiedergaben einiger Werke. Als sie mit 18 Jahren bei einem Busunfall schwer verletzt wurde, musste Frida Kahlo (1927 bis 1954) viele Monate liegend verbringen. Als Zeitvertreib fing sie mit einer Staffelei auf dem Bett zu malen an.

Kahlos Mutter hängte einen Spiegel über das Bett, damit sie sich selbst malen konnte. Unter den 143 Werken sind nicht weniger als 55 Selbstbildnisse. Oft thematisierte sie dabei ihre chronischen Schmerzen, beispielsweise im Selbstbildnis mit Dornenhalsband, und den Kummer darüber, dass sie keine Kinder bekommen konnte. Sie war zweimal mit dem damals anerkannten Maler Diego Riviera verheiratet, den sie an Bedeutung längst überholt hat.

Starker Kontrast

Einen starken Kontrast zum wild-leidenschaftlichen Charakter von Frida Kahlo bildete bei der Lesung die überwiegend melancholische Musik des Trios Azul (Blaues Trio). Das gelegentliche musikalische Unterlegen von Briefzitaten wäre verzichtbar gewesen, es lenkte nur ab. Das Trio Azul besteht aus Anibal Civilotti (Gitarre, Gesang), Omar Plasencia (Percussion) und Kurt Holzkämper (Kontrabass).

Das gebannt lauschende, überwiegend weibliche Publikum spendete den vier Künstlern begeisterten Beifall.

Von Anne-Lise Eriksen

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