Tresor brachte Fahnder aus Südniedersachsen auf Spur von Einbrecherbande

Ein aufgebrochener Tresor: Er war nach einem Einbruch in Hildesheim in Göttingen gefunden worden und brachte die Polizei auf die Spur der Bande. Foto: Polizei/nh

Göttingen/Hildesheim. Der zentralen Kriminalinspektion Göttingen ist ein Schlag gegen eine Einbrecherbande gelungen, die offenbar europaweit aktiv war. Die Täter haben laut Polizei ihre Wurzeln in Bosnien-Herzegowina.

Einbruch in Freibad

Auf die Spur kamen die Ermittler einem Teil der Bande, nachdem die Täter im August in einem Hildesheimer Freibad zwei Tresore mit 8000 Euro in Münzen aus einem Kassenhäuschen entwendet wurden.

Vorfall in Göttingen

Zunächst hatten die Ermittler aus Südniedersachsen keine Spur von den Tätern. Einen Tag später wurden in Göttingen jedoch Zeugen nach einem lauten „Scheppern“ auf einen Peugeot aufmerksam. Als der Wagen weg war, lagen dort die zwei Tresore. Die Polizei erkannte schnell den Zusammenhang zu dem Einbruch in Hildesheim.

Kontrolle in Zeven

In Zeven im Landkreis Rotenburg/Wümme wurde der Peugeot, in dem fünf Personen saßen, danach von der Polizei kontrolliert. Im Wagen wurden etwa 2000 Euro in Münzen gefunden. Alle Insassen besaßen Duldungen aus verschiedenen niedersächsischen Landkreisen.

Im Visier der Ermittler

Die zunächst wieder auf freien Fuß gesetzten Personen gerieten nun ins Visier der Ermittler. Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass sie Teil einer Tätergruppe aus Bosnien-Herzegowina sind, gegen die bereits seit Oktober vergangenen Jahres wegen gewerbsmäßigem Bandendiebstahls von Buntmetallen ermittelt wurde.

20 Beschuldigte

20 Beschuldigte stehen nach Abschluss der Ermittlungen im Verdacht, Buntmetall im Tonnenbereich in Niedersachsen, Thüringen und Hessen entwendet zu haben. Zum Abtransport entwendeten sie immer wieder gestohlene Sattelzüge.

Weitere Straftaten

Weitere Straftaten, darunter Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, bandenmäßige Ladendiebstähle, Trickdiebstähle, Autodiebstähle, Tankbetrügereien und Einbrüche in Geschäftsräume, klärten die Ermittler nun ebenfalls auf. Auch in Frankreich, den Benelux-Staaten sowie in Italien und Spanien ist die Gruppe laut Polizei für Straftaten verantwortlich.

Hohe Professionalität

Acht Mitglieder der Tätergruppe stehen unter dringendem Tatverdacht, an dem Einbruch in das Hildesheimer Freibad beteiligt gewesen zu sein. Die Bandenmitglieder sind nach Ansicht der Polizei „hochprofessionell und konspirativ“ vorgegangen. Mit 1200 Euro, einem Teil des erbeuteten Geldes, wurde außerdem ein inhaftiertes Mitglied der Bande aus einem Gefängnis „ausgelöst“. Der Mann hatte eine Ersatzfreiheitsstrafe zu verbüßen, weil er die Geldstrafe nicht zahlen konnte.

16 Haftbefehle

Nach Abschluss der Ermittlungen wurden laut Polizei 16 Haftbefehle gegen zwölf Beschuldigte erlassen. „Die Fahndungsmaßnahmen in ganz Europa laufen auf Hochtouren. Der Ermittlungskomplex ließ sich nur durch eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den nationalen und internationalen polizeilichen Dienststellen verwirklichen“, sagte Kriminaldirektor Matthias Schroweg. Er ist Leiter der Zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen. (bsc)

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