Tschernobyl nicht vergessen: Rundgang am Jahrestag zu „Atom-Orten“

Aktion in Göttingen: Die Anti-Atomkraft-Initiative startete am Dienstag einen Rundgang zu „Atom-Orten“ in Göttingen. Foto: Dubois/nh

Göttingen. Am Dienstag jährte sich die Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl zum 30. Mal. In Göttingen gab es dazu Aktionen. So einen Stadtrundgang der Anti-Atom-Initiative zu Orten, die in Göttingen mit der Atomkraft in Verbindung gebracht werden.

Dem schlechten Wetter trotzend hatten sich am Dienstagabend gegen 17 Uhr etwa die 20 Teilnehmer mit gelben Anti-Atomkraft-Fahnen am Gänseliesel versammelt.

Dort startete der Stadtrundgang. An verschiedenen Orten in Göttingen, die die Stadt höchstselbst mit Atomkraft in Verbindung bringen, hielten die Mitglieder der Initiative kurze Vorträge. So ging es um die damalige Beteiligung ehemals in Göttingen lehrender Professoren zur sowjetischen Atombombe.

Hochburg der Atom-Forscher

Göttingen war lange eine Hochburg für Atom-Forscher, weil hier der legendäre Quanten-Physiker Max Born lehrte und forschte. Am 12. April 1957 übermittelte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Otto Hahn, eine Schrift an Presseagenturen und Tageszeitungen, die einen Tag später die deutschen Medien dominierte. In der „Göttinger Erklärung“ kritisierten 18 Professoren die Verteidigungspolitik der Bundesregierung und forderten den Verzicht auf Atomwaffen für die Bundeswehr, empfahlen jedoch uneingeschränkt die Fortentwicklung der zivilen Kernkraftnutzung.

Oppenheimer und Hiroshima

Eine andere Station des Rundgangs am Dienstag war der Hiroshimaplatz vor dem Neuen Rathaus, der schon kraft Namen. Interessant: Der Entwickler der US-Atombombe, Robert Oppenheimer, wohnte einst in Göttingen in der Geismarlandstraße 1 – in der Nähe des heutigen Hiroshima-Platzes, Mahnmal gegen den Atomkrieg. Oppenheimer studierte von 1926 bis 1927 in Göttingen, schrieb hier seine Dissertation, legte seine Prüfung am 11. Mai 1927 ab.

Zurück zum Stadtrundgang am Dienstag: Gelesen wurde bereits zu Beginn aus „Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft“ von der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Das Buch dient auch als Grundlage für das gleichnamige, aktuell im Jungen Theater (JT) Göttingen gespielte Stück .

Die Anti-Atom-Initiative veranstaltet einmal im Monat eine Mahnwache in der Göttinger Innenstadt am Gänseliesel.

Auf der Internetseite gibt es eine Broschüre über Tschernobyl zum Herunterladen; Das Original stammt aus dem Juni 1986: www.anti-atom-initiative-goettingen.de

Von Zoe Dubois und Thomas Kopietz

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