Urkunde für die Stadt: Göttingen setzt auf die Vielfalt

Unternehmerforum: Aletta Gräfin von Hardenberg (Zweite von rechts) überreichte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (von links), GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe und Jens-Uwe Krüger (Geschäftsführer Seniorenzentrum Göttingen) die Urkunde der „Charta der Vielfalt“. Foto: Schröter

Göttingen. „Vielfalt als Chance nutzen“ lautete das Thema des Forums Göttinger Unternehmer, das die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) zum vierten Mal ausrichtete. Dabei erhielt die Stadt Göttingen die Urkunder der „Charta der Vielfalt“.

Rund 100 Geschäftsinhaber, Geschäftsführer und Manager waren ins Alte Rathaus gekommen, um sich Anregungen zu holen, wie dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Ein Schlagwort lautet dabei „Diversity“ (Vielfalt).

„Der Demografische Wandel bringt zunehmende Herausforderungen für die Fachkräftesicherung in den Unternehmen“, sagte GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe in ihrer Begrüßung. „Alternde Belegschaften einfach durch junge Talente zu ergänzen wird nicht mehr funktionieren.“ Umso wichtiger werde es für Unternehmen, alle Potenziale für sich zu nutzen. „Wer im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen will, braucht ein Klima der Vielfalt im Betrieb, das eine Entfaltung aller Talente zulässt und sie als zufriedene Mitarbeiter bindet.“

Gastrednerin

Wie das aussehen und funktionieren kann, schilderte zunächst Gastrednerin Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin des Vereins „Charta der Vielfalt“ aus Berlin. Demnach gehe es unter anderem darum, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen, die Mitarbeiter und deren Kompetenzaufbau zu fördern, unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppen (wie etwa Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge) stärker einzubinden und den Wissenstransfer von Dienstälteren zu fördern.

In einer von Radiojournalist Jan Fragel moderierten Talkrunde bekamen die Besucher außerdem Einblicke in Göttinger Unternehmen (unter anderem Sartorius), die das Thema Vielfalt bereits in ihren Arbeitsalltag integriert haben.

Als feierlichen Höhepunkt nahmen Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe und Jens-Uwe Krüger, Geschäftsführer des Seniorenzentrums Göttingen, die Urkunde der „Charta der Vielfalt“ entgegen. Diese hatten alle drei - genau wie 2500 deutsche Unternehmen vor ihnen – im Vorfeld unterzeichnet und sich damit zur Umsetzung in ihrem Unternehmen oder ihrer Behörde verpflichtet. „Diversity in Unternehmen ist keine Frage der Betriebsgröße“, betonte Rolf-Georg Köhler. In einer vielfältigen Belegschaft entstehe ein Klima, in dem sich niemand verstellen müsse. „Es ist wichtig, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist“, so der Oberbürgermeister. Mit der Unterzeichnung der Charta für Vielfalt solle dafür auch aus dem Rathaus ein wichtiges Zeichen gesetzt werden. (per)

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