VHS-Skandal: Irritationen über Aufsichtsrat-Äußerungen

Im Fokus: Die Volkshochschule (VHS) Göttingen-Osterode, hier der Schriftzug am Gebäude neben der Lokhalle. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Verdi-Bezirk Region Niedersachsen bezeichnet die Äußerungen von VHS-Aufsichtsratsmitglied Marcel Riethig als eine „Attacke gegenüber den Beschäftigten“, die Gefährdungsanzeien wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten bei Reisekostenabrechnungen des Geschäftsführers gestellt haben (HNA berichtete exklusiv).

Vor einer Überprüfung der Vorwürfe jetzt mit Begriffen wie „feige und in höchstem Maße illoyal“ und „unredlich und unanständig“ die Beschäftigten zu attackieren, sei einer Sachaufklärung wenig dienlich, teilt Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer von Verdi Süd-Ost-Niedersachsen mit, die auch viele Beschäftigte der VHS als Mitglied führt.

„Mitarbeiter fühlen sich jetzt in einer Art und Weise angegriffen, wie sie es bisher nicht erleben mussten“, sagt Wertmüller.

Schließlich hätten die Kolleginnen und Kollegen der VHS immer und auch in schwierigen Zeiten verantwortlich, zuverlässig und loyal gearbeitet.

Wertmüller fordert wie Riethig eine unabhängige Prüfung und Sachaufklärung. Dabei werde die tatsächliche Unabhängigkeit der Prüfer eine zentrale Rolle einnehmen, ebenso wie auch der Prüfauftrag.

Noch stärker formuliert Patrick Humke von der Ratsfraktion Antifaschistische Linke seine Verärgerung: Er bezichtigt den VHS-Geschäftsführer einer „maßlosen und selbstherrliche Selbstbedienungsmentalität“.

Auch Humke zeigt sich „sehr irritiert über die Reaktionen des Aufsichtsratsvorsitzenden Riethig und seines Stellvertreters Tom Wedrins: Statt rückhaltlose Aufklärung zu versprechen, greifen die beiden die Beschäftigten und ihre Vertreter an.“

Das lässt Humke auch daran zweifeln, „ob es wirklich eine ergebnisoffene Prüfung der Vorgänge geben wird und nicht vielmehr der Geschäftsführer geschützt werden soll“. Personelle Konsequenzen dürften nicht ausgeschlossen werden, fordert Humke. (tko)

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