Nur vier Lichtjahre entfernt: Die Zweit-Erde scheint nah

Nächster Stern und Planet zu unserem Sonnensystem: Blick auf die animierte Oberfläche des Planeten „Proxima b“ – im Hintergrund der Stern „Proxima Centauri“. Vier Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Foto: nh

Göttingen. Wartet in einer Entfernung von nur vier Lichtjahren ein erdähnlicher Planet auf die Menschen? Ein internationales Forscherteam hat zumindest einen klaren Hinweis auf die Existenz entdeckt. Beteiligt an der Entdeckung waren auch Wissenschaftler der Uni Göttingen.

Der Planet „Proxima b“ könnte sogar der unserer Erde am nächsten gelegene Planet mit ähnlichen Bedingungen sein. Er umkreist einen kühlen, roten Mutterstern „Proxima Centauri“ und ist „nur“ etwa vier Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. „Proxima Centauri“ ist abgesehen von der Sonne, der nächste Stern zur Erde, aber aufgrund der geringen Leuchtkraft nicht mit bloßem Auge zu erkennen.

Im ersten Halbjahr 2016 nun wurde „Proxima Centauri“ von Hochleistungsteleskopen rund um den Erdball konsequent beobachtet, dabei wurden kleine Bewegungen, verursacht durch kreisende Planeten, entdeckt. Und: Die Forscher ließen auch die Öffentlichkeit an den Entdeckungen teilhaben, via Internetveröffentlichungen. Sie staunten nicht schlecht über das immense Interesse.

Die Beobachtungen waren präzise: Der Stern „Proxima Centauri“ bewegt sich regelmäßig im Schritttempo von fünf Stundenkilometern auf die Erde zu und wieder von ihr weg. Ein Ereignis, das auf die Existenz eines Planeten mit einer Mindestmasse von 1,3 Erdmassen hindeutet: „Proxima b“.

So könnte es aussehen: Die Animation zeigt, wie der Planet „Proxima b“ um den roten Stern „Proxima Centauri“ kreisen könnte – vier Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Foto: nh.

Ob dieser erdähnliche Planet aber eine Atmosphäre hat, das wissen die Forscher noch nicht, wie Dr. Ansgar Reiners vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen sagt. Genau das wollen Reiners und seine Kollegen noch herausfinden. Es könnte aber sein, dass es Leben auf dem Planeten gibt, denn auf „Proxima b“ herrschen wohl Temperaturen, die Wasser in flüssigem Zustand an der Oberfläche zulassen. „Es ist nicht unmöglich, dass ‘Proxima b‘ über eine lebensfreundliche Atmosphäre verfügt“.

Klar ist auch: Der erdähnliche „Proxima b“ wird in Zukunft eines der wichtigsten Ziele für die Suche nach Leben im Universum sein“, wie Ansgar Reiners vermutet.

Mit dem Projekt StarShot gibt es bereits die Vision, dem Alpha-Centauri-System mit „Proxima Centauri“ und „Proxima b“ mit einem Raumfahrzeug einen Besuch abzustatten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.