Außerordentlicher Bundesvertretertag am 23. September in Göttingen berät über den Posten von Amtsinhaber Markus Meckel

Volksbund will seinen Präsidenten nach Führungsstreit abwählen

Soll abberufen werden: Markus Meckel, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Foto: dpa

Göttingen/Kassel. Im internen Führungsstreit rechnet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit der Abwahl seines Präsidenten Markus Meckel.

Es sei damit zu rechnen, dass Meckel am Freitag, 23. September von seinem Amt abberufen werde, teilte der Volksbund in Kassel mit.

An diesem Tag kommen Delegierte des Verbandes zu einem außerordentlichen Bundesvertretertag in Göttingen zusammen. Dort soll über die Abwahl Meckels beraten und entschieden werden.

Damit wollen die Delegierten der Mitteilung zufolge „einen Schlusspunkt hinter eine monatelange verbandsinterne Auseinandersetzung um das Amtsverständnis und Führungsverhalten ihres obersten Repräsentanten setzen“. Diese Kontroverse sei teilweise auch in der Öffentlichkeit geführt worden und habe zu einer massiven Verunsicherung der Mitglieder, Förderer und Mitarbeiter des Volksbundes geführt.

Meckel habe „den Rückhalt für seine Arbeit auf allen Ebenen des Verbandes verloren“, hieß es weiter. Der langjährige SPD-Politiker und letzter DDR-Außenminister hatte Anfang September erklärt, er selbst rechne auf dem außerordentlichen Bundesvertretertag mit seiner Abwahl.

Meckel leitet der Verband seit drei Jahren. Bei dem Führungsstreit geht es unter anderem um die inhaltliche Ausrichtung des Verbandes und von Meckel angestrebte Strukturreformen. Außerdem gilt die Zusammenarbeit des Präsidenten mit der seit rund einem Jahr tätigen Generalsekretärin des Volksbundes, Daniela Schily, als massiv gestört.

So wollte Meckel den Volksbund zu einem Akteur der europäischen Erinnerungskultur ausbauen und die Bildungsarbeit erweitern. Um die Arbeit künftig auch ohne die Spenden der sogenannten Erlebnisgeneration fortführen zu können, strebte er eine öffentliche Finanzierung an.

Untreue-Vorwürfe

Im Verband sieht Meckel sich unter anderem mit dem Vorwurf konfrontiert, mit einem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit Gelder zu verschwenden. Hinzu kommen Untreue-Vorwürfe gegenüber Meckel persönlich, die dieser jedoch als ungeheuerlich und ehrverletzend bezeichnete.

Meckel zufolge hat das Präsidium des Volksbundes gegen seinen Willen auch ein 1,4 Millionen Euro umfassendes Projekt gestoppt, das auf zunächst mehr als 60 Friedhöfen im Ausland die Informationen verbessern sollte. Meckel plädierte zudem dafür, auch das Gedenken an zivile Kriegstote zu einer Aufgabe des Volksbundes zu machen. (epd)

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