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Literaturherbst: Weißer Fleck bei Thomas Mann

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Literaturwissenschaftler Heinrich Detering. Foto: Schröter
Literaturwissenschaftler Heinrich Detering. © HNA/Schröter

Göttingen. Gut besucht war am Samstag der historische Saal des Alten Rathauses in Göttingen. Knapp 300 Zuhörer waren gekommen, um beim Göttinger Literaturherbst 2012 einen Vortrag von Professor Heinrich Detering mit dem Titel „Thomas Manns amerikanische Religion“ zu erleben.

In seinem gleichnamigen Buch entdeckt und erforscht der Literaturwissenschaftler einen weißen Fleck auf der Landkarte von Thomas Manns Leben und Werk. Es erzählt die Geschichte von Manns bislang unbekannter Beziehung zur Unitarischen Kirche in Kalifornien.

„Eine Geschichte, die vom Verhältnis zwischen Politik und Religion handelt, vom öffentlichen Engagement und von den Aufgaben der Literatur“, so Detering.

Er zitierte Mann mit den 1951 geschriebenen Worten „selten, wenn überhaupt je, habe ich ein so lebhaftes und militantes Interesse an irgendeiner religiösen Gruppe genommen“ und führte die Zuhörer in zentrale Bereiche von Thomas Manns Denken und Schreiben im Exil.

Die Lesung war eine von insgesamt 33 hochkarätigen Veranstaltungen des Literaturherbstes, der seit 1992 von der gleichnamigen Gesellschaft jeweils im Anschluss an die Buchmesse in Frankfurt ausgerichtet wird. (per)

Heinrich Detering, Thomas Manns amerikanische Religion, 352 Seiten, Verlag S. Fischer, ISBN 978-3100142047, 18,99 Euro.

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