21-Jährige legte Feuer: Haft auf Bewährung

Hann. Münden. Das Amtsgericht Hann. Münden hat am Mittwoch eine 21-Jährige wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungsfrist legte das Schöffengericht auf drei Jahre fest. Zudem muss sie 2000 Euro in monatlichen Raten von 150 Euro an die Jugendhilfe Münden zahlen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 21-Jährige im April dieses Jahres in ihrer Wohnung in einem Haus in der Mündener Altstadt, in der sie zusammen mit einem Bekannte lebte, an neun Stellen Feuer legte, ohne dass es aber zu einem größeren Brand gekommen ist. Vorausgegangen war ein Streit mit ihrem Bekannten.

Das Feuer richtete nur Sachschaden in der Wohnung an, verletzt wurde niemand. Als die Feuerwehr am 27. April gegen 22.45 Uhr eintraf, hatte der Mitbewohner der Angeklagten das Feuer bereits gelöscht, bevor es größeren Schaden anrichten konnte.

Als die 21-Jährige das Feuer legte, war sie allein in der Wohnung. Eigentlich wollte sie nur ein paar Sachen holen. Dann passierte es. Ihre Verteidigerin sagte, der Angeklagten sei dann eine Sicherung durchgebrannt. Sie sei emotional aufgeladen gewesen. Sie habe die Wohnung nicht mit dem Vorsatz betreten, dort Feuer zu legen.

Nachdem die 21-Jährige, die an dem Abend auch alkoholisiert war, in der Wohnung mit einer Art Feuerzeug mehrere Gegenstände unter anderem ein Sofa angezündet hatte, verließ sie die Wohnung. Sie wollte mit einem Bekannten wegfahren. Unterwegs - nur wenige Minuten später - gestand sie ihm dann, was sie getan hatte. Der informierte ihren Mitbewohner, der sich nicht weit von der Wohnung entfernt in der Innenstadt aufhielt. Er war dann rechtzeitig vor Ort, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Strafrichterin Dr. Christine Kunst wertet zu Gunsten der Angeklagten, dass sie ein Geständnis abgelegt hat und sich an der Renovierung der Wohnung beteiligt hat. Sie kam aber nicht zu dem Schluss, dass die Angeklagte vermindert schuldfähig sei. So stark habe sie nicht unter dem Einfluss von Alkohol gestanden.

Die Angeklagte habe die Möglichkeit eines Brandes in Kauf genommen, als sie die Wohnung verließ. Es hätte auch zu einem größeren Feuer kommen können.

Zudem habe sie selbst keine Rettungsversuche unternommen, auch die Feuerwehr sei nicht durch sie informiert worden.

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