Paarungszeit birgt Gefahren

Achtung, Wildwechsel: Jägerschaft Münden rät  zu erhöhter Vorsicht

Hinweis des Jägers: Herbert Roggenbach, hier mit Hund Hubert, rät Autofahrern, nicht nur besonders vorsichtig zu fahren, wenn durch ein Verkehrsschild auf Wildwechsel hingewiesen wird, sondern in überall in waldreichen und ländlichen Gebieten. Foto: Siebert

Hann.Münden. Die Jägerschaft Münden rät Autofahrern während der momentanen Paarungszeit des Wildes zu erhöhter Vorsicht auf den Straßen.

Das Rehwild, einer der häufigsten, vorkommenden Wildtierarten Deutschlands, durchlebt gerade jetzt eine unruhige Phase. Grund ist die Paarungszeit, in der Jägersprache „Blattzeit“ genannt. Da sind die Tiere buchstäblich blind vor Liebe. Herbert Roggenbach aus Staufenberg-Landwehrhagen, Öffentlichkeitsobmann der Jägerschaft Münden, rät zu besonderer Achtsamkeit und bittet alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Rücksichtname.

Denn es herrsche eine erhöhte Wildunfallgefahr und das nicht nur in den Abendstunden und nachts, sondern auch am Tage. Ihren Höhenpunkt erreiche die Paarungszeit zwischen dem 26. Juli und dem 5. August.

Beeinträchtigend komme noch die Erntezeit hinzu. Raps- und Getreidefelder, die vor kurzem noch Schutz und Unterschlupf boten, verwandelten sich in Stoppelfelder und rauben dem Wild die Deckung.

Findet der Wildwechsel nur auf Straßen, die durch Wälder führen, statt? 

Da ist die Gefahr am größten, doch auch in ländlichen Bereichen, an Straßen entlang von Wiesen und Feldern sollten Autofahrer die Fahrbahnränder aufmerksam beobachten. Man muss immer davon ausgehen, dass mehrere Tiere hintereinander die Straße über die Straße laufen können.

Sind die gefährdeten Bereiche immer mit Warnschildern versehen? 

Nein, Autofahrer müssen in dieser Zeit auch in Bereichen ohne Warnschild für Wildwechsel mit plötzlich wechselndem Wild rechnen.

Was ist zu tun, wenn plötzlich Wild eine Straße überquert?

Fuß vom Gas, in der eigenen Fahrspur bleiben, das Lenkrad festhalten und kontrolliert bremsen.

Wie sollte man sich verhalten, wenn es zu einem Wildunfall gekommen ist? 

Der Fahrer sollte die Unfallstelle sichern, die Polizei und - wenn bekannt - auch den Jagdpächter verständigen, damit dem verletzten Wild geholfen werden kann.

Was ist, wenn das verletzte Tier geflohen ist?

Auch dann sollte man dies bei der Polizei melden und am Unfallort bleiben, damit Jäger mit Hunden das verletzte Tier aufspüren und es von seinem Leid erlösen können.

Wenn die Blattzeit vorbei ist, ist dann auch die größte Gefahr für Verkehrsteilnehmer vorbei?

Zunächst ist das erhöhte Risiko vorbei, aber bereits Anfang Oktober beginnt das Damwild mit seinem Brunftgeschehen. Dann ist erneut besondere Vorsicht geboten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.