Alles dreht sich um Verkehrssicherheit: Aufklärung statt Schock

Totalschaden: Die Schüler Tobias Preiser und Iven Behrenshausen betrachten sich den Unfallwagen, der neben dem Eingang der BBS Münden steht. Foto: Birmes

Hann. Münden. Eingedrückte Sitze, zersplitterte Scheiben, verbogenes Metall: Der blaue Unfallwagen, der während der alle zwei Jahre stattfindenden Verkehrssicherheitswoche auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen Münden (BBS) steht, soll die Schüler schon morgens auf das Thema aufmerksam machen. „Wir wollen sensibilisieren, nicht schockieren", sagt Harald Henze, Leiter des Fachbereichs Technik.

Während der insgesamt 36 Workshops referieren unter anderem Polizisten, Feuerwehrleute, Richter, Ärzte und auch die Verkehrswacht über Unfallprävention. Neben den Auswirkungen des Fahrens unter Medikamenteneinfluss werden auch die körperlichen Folgen eines Unfalls vermittelt: „Bei jüngeren Fahrern kommt es während Unfällen häufiger zu Amputationen im oberen Bereich, aber auch Beckenverletzungen steigen stark an“, sagt Referent und Unfallchirurg Dr. Christopher Spering von der Universitätsmedizin Göttingen. Aber auch die seelischen Folgen eines Unfalls werden während der Woche beleuchtet. „Ich zeige ein Filmbeispiel, bei dem alles schief läuft und das die jungen Leute nachdenklich macht“, sagt Torsten Thiel, Seelsorger bei der Polizei Göttingen. Sein Ziel sei es, dass es nicht zu solchen tragischen Ereignissen kommt.

Den Abschluss der Woche bildet die am Freitag von der Verkehrswacht veranstaltete „Aktion Junge Fahrer“, wo unter anderem mit einem Rettungssimulator und einem Rauschbrillenparcours die Gefahren im Straßenverkehr deutlich gemacht werden.

Größter Tatort Europas

„Die Straßen sind der größte Tatort Europas“, erklärt Jörg Arnecke vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen. Dabei sei besonders Ablenkung, zum Beispiel durch Mobiltelefone, die Unfallursache Nummer eins. „Daneben sind berauschende Mittel und eine zu hohe Geschwindigkeit weitere Gründe.“

Auch wenn es an der Schule in den vergangenen Jahren keinen tödlichen Unfall mehr gegeben hat, hätten die Schüler der BBS teilweise eine lange Anreise mit dem Auto, erklär Harald Henze: „Durch die allgemein hohen Unfallzahlen bei Jugendlichen ist die Notwendigkeit für unsere Veranstaltung klar.“ Die Beifahrer, häufig junge Frauen, würden dabei ebenso im Mittelpunkt stehen, da sie auf die Fahrer einwirken können. „Die Woche ist damit vielseitig gestaltet, manche sind eher auf der emotionalen Ebene, andere eher auf der technischen Ebene ansprechbar, wir leisten in dieser Zeit beides“, ergänzt Klaus Uszkurat, Teamleiter Kfz-Technik der BBS. (meb)

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