Clara bringt ein Lächeln: Hund hilft bei Hospiz-Arbeit

Immer gut drauf: Dr. Juliette Mallison (links) und Manuela Brandt-Durlach mit der Jack-Russel-Terrier-Hündin Clara. Foto: Siebert

Hann. Münden. Im Hospiz in Hann. Münden sitzt eine ältere Frau teilnahmslos am Tisch und löffelt Gulaschsuppe. An den Gesprächen am Nebentisch nimmt sie nicht teil. Als Außenstehender weiß man nicht, was in ihr vorgeht.

Da kommt plötzlich Clara und setzt sich neben den Stuhl der älteren Dame und schaut sie unentwegt an. Clara ist eine elfjährige Jack-Russel-Terrier-Hündin, und sie kommt mit ihrer Besitzerin, der Tierärztin Dr. Juliette Mallison aus Göttingen, einmal wöchentlich ins Hospiz. Während Dr. Mallison dort ehrenamtlich arbeitet, läuft Clara im Haus herum und begrüßt die Menschen.

So auch die ältere Dame, die plötzlich Notiz von dem Hund nimmt. Sie spricht mit dem Tier und Clara schaut ihr mit klarem Blick in die Augen. „Du hast wohl Hunger, möchtest du etwas Fleisch haben“, fragt die Frau den Hund. Die Besitzerin gibt ihre Zustimmung und der Hund bekommt Fleischstückchen aus der Gulaschsuppe.

Die ältere Dame ist nun ganz entspannt und lächelt. „Sitz“ fordert sie den Vierbeiner auf und der setzt sich ganz brav hin. „Nun bekommst du noch ein Stück Fleisch, weil du so brav bist.“ So geht das eine ganze Weile.

Der Terrier lässt die Frau nicht aus den Augen, denn schließlich hat sie ja Leckerlis. Und die Frau fühlt sich wohl mit dem Hund neben sich, dem sie auch einige Streicheleinheiten schenkt und es genießt, wenn ihre Finger durch das Fell streichen.

„Ich forciere das nicht“; sagt Dr. Juliette Mallison. „Es sind etwa die Hälfte der Gäste des Hauses, die den Kontakt mit dem Vierbeiner suchen. Er bringt ein wenig Freude ins Leben schwerkranker und sterbender Menschen.

Viele fühlen sich in der Nähe des Hundes sichtlich wohl und die Lebensqualität wird verbessert. Der Hund schläft auch bei Gästen auf dem Bett, wenn das gewünscht wird.

Auch kommt durch Clara so manches Gespräch zustande, bei dem es nicht um Krankheit geht. Hospizleiterin Manuela Brandt-Durlach begrüßt die Anwesenheit der Hündin. „Clara bringt Alltäglichkeit und Leben hierher. Die Gäste und die Mitarbeiter mögen den Hund sehr“. Oft freuen sie sich schon auf den Mittwoch, wenn Dr. Mallison mit Clara kommt. Die Berührung des Hundes beruhigt die Gäste sehr.

Außerdem geht der Vierbeiner völlig unbedarft auf die Gäste zu und zeigt seine Freude, während es bei Menschen doch oft eine Hemmschwelle gibt, mit schwerkranken oder sterbenden Menschen zu reden oder sie gar aufzumuntern. (zpy)

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