Das Bioenergiedorf Jühnde ist gefragt

+
Dorfansicht: Das Bioenergiedorf Jühnde mit Biogas- und Photovoltaikanlage im Vordergrund.

Jühnde. 60 Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern informieren sich in der kommenden Woche in Jühnde über das Bioenergiedorf-Projekt.

Jühnde, das erste Bioenergiedorf Deutschlands, ist in Fachkreisen eine gefragte Adresse. Nicht nur bundesweit, sondern weltweit. Am Mittwoch, 12. Oktober, besichtigen etwa 60 Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern die Biogasanlage. Es sind Teilnehmer der Generalversammlung der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC), die vom 10. bis 14. Oktober in Frankfurt a. M. stattfindet. Im Rahmen dieses Treffens werden Vertreter aus Entwicklungs- und Schwellenländer am 12. Oktober zunächst die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig besuchen und anschließend nach Jühnde fahren.

Am Beispiel der Biogasanlage in Jühnde sollen die Wissenschaftler aus Afrika, Asien und Lateinamerika einen Eindruck erhalten, wie Normen und Standards in diesem Bereich der erneuerbaren Energie hierzulande umgesetzt werden. Jühnde, berichtet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, gelte als Vorreiter beim Thema dezentrale Energieversorgung mit Bürgerbeteiligung. Auf der Grundlage von Biomasse werde in dem Dorf etwa doppelt so viel Strom erzeugt, wie die Einwohner verbrauchen.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ist das nationale Metrologieinstitut, die dort beschäftigten Wissenschaftler sind die Spezialisten fürs Messen. Metrologie ist die Wissenschaft des Messens. Ein Fachbereich der Bundesanstalt widme sich der technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, sagte eine Projektverantwortliche der PTB. Dabei geht es um Fragen der Sicherheit, aber auch um Vermarktung von Produkten, die die Entwicklungsländer erzeugen. Die Mitarbeiterin nannte ein Beispiel. Wenn aus Ghana Ananas nach Europa importiert werden, sei es im Interesse des Landes, die Pestizidbelastung vor der Ausfuhr zu prüfen. Um das zuverlässig tun zu können, seien höchst genaue Messgeräte notwendig. Bei dieser Frage des exakten Messens unterstütze die PTB Ghana und andere Entwicklungsländer. (kri)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.