Ein Dorf auf Spurensuche:

30. Geburtstag des Heimatkunde- und Geschichtsvereins in Scheden

Vor dem Geburtshaus von Johann Joachim Quantz: Erwin Renn als Friedrich der Große (links) und Klaus Gebauer als Johann Joachim Quantz erinnern an den Komponisten, der zugleich der Flötenlehrer des preußischen Königs war. Foto: Hild

Scheden. Einwohner lernten bei einem Rundgang in Scheden interessante Ecken kennen. Der Heimatkunde- und Geschichtsverein hatte dazu anlässlich seines 30. Geburtstags eingeladen.

„Heirate Nachbars Kind oder kaufe Nachbars Rind, dann weißt Du, von wem sie sind“. Alte Weisheiten wie diese gab Walter Beuermann weiter, der neben Stefan Mielke zwei Stunden durchs Dorf und dessen Geschichte führte. Der Heimatkunde- und Geschichtsverein Scheden hatte am Sonntag dazu eingeladen - zur Feier seines 30-jährigen Bestehens.

Auch die Schedener Kinder der vierten Klassen waren mit ihrer Lehrerin, Eltern und Geschwistern dabei und hörten gespannt zu. Geschätzt um die 150 Teilnehmer hatten sich am Sonntagmorgen in Niederscheden eingefunden.

Geschichten von Bewohnern an den 23 Stationspunkten wurden erzählt, der Niederschedener Dreschschuppen gezeigt, der einst auf dem heutigen Kindergartengelände stand, der dann ab- und auf einem landwirtschaftlichen Hof im Ort wieder aufgebaut wurde, um auch heute noch als Getreide und Maschinenlager zu dienen. Der alte Platz der Kapelle von Niederscheden, die „Alte Schule“ und einige geschichtsträchtige Fachwerkhäuser, die zum Teil heute wunderbar restauriert echte Schmuckstücke darstellen, lagen an der Strecke.

Fasziniert hingen viele der Kinder und Erwachsenen über dem Geländer am oberschlächtigen Wassermühlrad der Forthmühle, die vor dem 30-jährigen Krieg erbaut worden ist und für den Jubiläumstag wieder lief.

Das eiserne Wasserrad hat einen Durchmesser von 3,80 Metern und erzeugt heute noch die Kraft von drei Pferdestärken. Auf den vier Ebenen im Mühlengebäude sind zwar noch die Vorrichtungen wie Walzenstuhl, Schrotmühle und Transmission erhalten, aber funktionstüchtig ist sie leider nicht mehr.

Vor der Kirche wurde die Sage der mutigen Frauen aus Scheden rund um die „Hänsemännsche“ erzählt, die 1485 dem Kriegsvolk aus Göttingen Paroli boten. So hatten sich die Männer mit Hab und Gut in der gut befestigte Kirche verschanzt, Frauen und Kinder waren in die umliegenden Wälder geflohen. Nur durch eine List nach dem Motto „mehr Schein als sein“ konnten Sie die Schlacht zum Guten wenden. Am Ende der Erzählung stoben eine Gruppe wehrhafter“Weiber“ Besen-und Forken schwingend, lärmend auf die Zuhörer zu, was deutliche Erheiterung bei den Zuschauern hervorrief.

Dorfrundgang zum 30. Geburtstag des Heimatkunde- und Geschichtsvereins

Wer noch mehr wissen wollte über das eigene Dorf, der war in der Ausstellung im Gasthaus Deutsche Eiche richtig: Der Heimat- und Geschichtsverein hatte seine „Schatzkammer“ geöffnet und zeigte Fotos, Zeitungsberichte, wie auch ein Modell von Scheden aus der Vogelperspektive. (ymh)

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