Windkraft: Mediziner warnt vor Gesundheitsrisiken

Machen Windkraftanlagen krank? Nach Meinung des Mediziners und Biophysikers Dr. Martin Carl Stiller können zwischen zehn und 30 Prozent der Bevölkerung unter den Folgen von Infraschall durch Windräder leiden. Auftreten könnten unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Tinnitus und Stress.

Dransfeld. Der Mediziner Dr. Thomas Carl Stiller (Barterode) hat bei einer Informationsveranstaltung auf die möglichen Gefahren durch Infraschall von Windrädern hingewiesen.

Zwischen zehn und 30 Prozent der Bevölkerung können unter den Folgen von Infraschall leiden, der von Windkraftanlagen und anderen Quellen wie beispielsweise Blockheizkraftwerken ausgeht. Das kann nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge unter anderem zu Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Migräne, Sehstören, Tinnitus, und Stress führen.

Das stellte der Mediziner und Biophysiker Dr. Thomas Carl Stiller (Barterode) in einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Hoher Hagen gegen Windkraftanlagen vor rund 100 Gästen in der Stadthalle Dransfeld fest. Während Stiller zu den negativen medizinischen Folgen von Windkraftanlagen sprach, bezweifelte Dr. Dipl.-Ing Detlef Ahlborn (Großalmerode) den Sinn von Windenergie aus technischer und wirtschaftlicher Sicht.

Mangel an Studien 

Mediziner Stiller bedauerte, dass es an wissenschaftlichen Studien zu tieffrequentem Schall mangele, dass die neue in Arbeit befindliche DIN 45680 noch zwei Jahre auf sich warten lasse und den „neuen Herausforderungen“ offenbar auch nicht „vollständig“ gerecht werde. „Das Problem wird von den Behörden unterschätzt.“

Aus bislang vorliegenden Studien zitierte er, grundsätzlich habe Infraschall die gleichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden wie Schall und Lärm. Ebenso wie radioaktive oder ultraviolette Strahlung sei tieffrequenter Schall nicht wahrnehmbar, habe aber trotzdem Auswirkungen. „Infraschall lässt sich durch keine Schutzmaßnahme bremsen.“ Er sei noch in zehn Kilometern Entfernung von Windkraftanlagen nachweisbar.

Detlef Ahlborn kritisierte insbesondere, dass Windkraft nicht in der Lage sei, Strom gleichmäßig zu produzieren, weil es immer wieder regelmäßig zu Flauten komme und es keine geeigneten Speichermöglichkeiten für diese Fälle gebe. „Um drei Wochen Flaute in Deutschland abzusichern, müsste der Bodensee 300 Meter hoch gepumpt werden.“

Weiterer Kritikpunkt ist die große Anzahl der benötigen Windkrafträder für die Versorgung. Am Beispiel von Hessen habe er ausgerechnet, dass alleine dieses Bundesland 4700 Windräder benötige. Das würde in der Praxis alle 6,5 Kilometer einen Windpark mit je zehn Anlagen bedeuten. „Und ohne Wind liefern sie keinen Strom.“

Kritik an Strompreis 

Darüber hinaus kritisierte er, dass den Betreiber der Strompreis garantiert werde. „Bei starkem Wind gibt es keinen Abnehmer und der Strom wird ins Ausland verschenkt.“ Und weil das noch „zu teuer“ sei, würden die Netzbetreiber für den Abnehmer noch ein „paar Euro drauflegen“. Ahlborn: „In der Windlobby-Propaganda heißt das Negativ-Preis.“ Ahlborn weiter: „Bei den Windkrafterträgen wird gelogen, dass sich die Balken biegen.“

Dransfelds Samtgemeinde-Bürgermeister Mathias Eilers, kritisierte, dass die Bürgerinitiative Hoher nicht an der ersten Informationsveranstaltung zur Ausweisung von Anlagen teilgenommen habe. BI-Vertreter Volker Mai sagte, bei der zweiten Info-veranstaltung wolle die BI mit auf dem Podium sitzen. „Inzwischen sind wir sachkundig genug.“ (zhp)

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