Fahrzeuge mit alternativem Antrieb

Wenig Zulassungen: Nur 46 Elektroautos im Landkreis

Hann. Münden. Eine Million Elektroautos sollen nach den Plänen der Bundesregierung bis 2020 über Deutschlands Straßen rollen. Doch die Autofahrer im Landkreis zögern.

Unter den zwischen Januar und Juni dieses Jahres rund 191.000 neu zugelassenen Pkw in Niedersachsen, befanden sich laut dem Kraftfahrt-Bundesamt nur 461 reine Elektro- und 1685 Hybridfahrzeuge. Elektroantriebe machten insgesamt nur 0,3 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland aus.

Auch im Umfeld von Göttingen zögern die Autofahrer in Sachen Elektromobilität weiterhin: Von 114.283 Kraftfahrzeugen fuhren bis Ende Juni nur 46 mit einem Elektroantrieb, was eine Quote von 0,04 Prozent ausmacht, teilt der Landkreis auf Anfrage der HNA mit. Anreize, wie eine Kaufprämie von 4000 Euro für reine Elektrofahrzeuge, laufen unterdessen eher schleppend an, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zählte bis zum 21. Juli 819 Anträge auf eine Förderung.

„Der Preis ist trotz der Zuschüsse für viele Käufer noch zu hoch. Man bekommt das gleiche Modell mit Benzin oder Dieselantrieb oft billiger“, sagt Alistair Adam-Hernández, Leiter des inzwischen ausgelaufenen Projekts „E-Mobilität vorleben“, das unter anderem in Jühnde ein Car-Sharing ins Leben gerufen hat, bei dem Elektroautos gemeinschaftlich geteilt werden. „Diese Art der Nutzung ist auch ein Weg, um die Kosten zu senken“, sagt Adam-Hernández. Ein weiterer Hinderungsgrund sei für viele die zu geringe Reichweite: „Die Ausdauer der Autos verbessert sich aber immer mehr“, so Adam-Hernández. Zudem würde es inzwischen viele Ladepunkte geben, wenn das Auto nicht schon zu Hause mit Strom versorgt wird.

Das bestätigt auch Kristina Schneider, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Göttingen: „Viele Menschen fahren zudem eher selten 200 Kilometer am Tag.“ Deswegen würde sich ein Elektroauto auch als Zweitwagen anbieten.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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