Ex-WWS-Geschäftsführer Bilstein: „Der Neustart ist gelungen“

Weserumschlagstelle: Die Firma Arvos GmbH Schmidtsche Schack aus Kassel verlud im März 2014 in Hann. Münden ein Bauteil für ein Gaskraftwerk in Indien auf zwei Binnenschiffe. Im Vordergrund das Schiff Altmark, im Hintergrund das Schiff Otrate. Das geplante Schwergutterminal soll aber nicht an der Weserumschlagstelle entstehen, sondern im Weserpark bei Gimte. Archivfotos: Krischmann

Hann.Münden. „Die Arbeit hat mir Spaß gemacht", sagt Rolf Bilstein. Der Software- Unternehmer aus Hann. Münden war zweieinhalb Jahre ehrenamtlich Geschäftsführer der Weserumschlagstelle Hann. Münden Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing GmbH (WWS). Zum 31. Dezember gab er das Amt in jüngere Hände, der 35-jährige Thomas Kossert ist sein Nachfolger. Im Gespräch mit der HNA zieht Bilstein Bilanz.

Sein Fazit fällt positiv aus: „Die Neuaufstellung der WWS ist gelungen. Es gibt ein gutes Team, das eingearbeitet ist, ein Büro und eine Internetpräsenz.“ Der Wirtschaftsförderer verschweigt nicht, dass er mit Widerständen zu kämpfen hatte, das aber sei ihm bewusst gewesen: „Ein Flugzeug startet immer gegen den Wind. Bei dem WWS-Neustart war das auch so.“

Bei der Frage, was er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in den zweieinhalb Jahren erreicht hat, nennt Bilstein die Themen Schwergutterminal, Einzelhandel und Innenstadtentwicklung.

Wie weit sind Sie beim Schwergutterminal gekommen?

Rolf Bilstein

Es ist gelungen, die Wirtschaftsförderer aus Kassel und Göttingen mit ins Boot zu holen. Die Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern Kai Lorenz Wittrock, (Wirtschaftsförderung Region Kassel), Ursula Haufe (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen, GWG) und Detlev Barth (Wirtschaftsförderung Region Göttingen, WRG) ist gut. Das Vorhaben am Standort Weserpark ist technisch machbar, das hat das hydraulische Gutachten nachgewiesen.

GWG-Geschäftsführerin Haufe führt Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover wegen Fördermitteln. WFG-Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock kümmert sich um Kunden für das Terminal, drei bis vier sind neu hinzugekommen. Die Firma Schmidtsche Schack aus Kassel hat Interesse, ihre Produkte in Hann. Münden im Terminal zusammenzusetzen und aufs Schiff zu verladen. Die gute Unterstützung aus Kassel und Göttingen hätte ich mir auch von der Stadt Hann. Münden gewünscht.

Was sind die nächsten Schritte?

Ein Projektentwickler muss gefunden werden, der ausarbeitet, wie viel investiert werden muss.

Der Bau des Terminals ist eine strukturpolitische Maßnahme, daher ist es das Ziel, dass die öffentliche Hand das Vorhaben finanziert.

Schließlich muss dann eine Betreibergesellschaft gegründet werden, die das Terminal managt.

Was ist mit der finanziellen Beteiligung der Wirtschaft?

Die Firmen, die am Weserpark Produkte zusammenbauen und aufs Schiff verladen, werden für die gebotene Dienstleistung Nutzungsgebühren zahlen. Damit werden sie zur Refinanzierung der Investition beitragen.

Kommen wir zum Thema Einzelhandel und Innenstadtentwicklung. Welches Fazit ziehen Sie am Ende Ihrer Tätigkeit?

Die WWS hat in den zweieinhalb Jahren Dinge angestoßen. Beispielsweise die Freifunk-Initiative, die umgesetzt ist und von meinem Nachfolger weiterentwickelt wird. Gut angenommen worden war auch Idee mit der „Licht-an-Party“ vor der Aegidienkirche. Wichtig ist, dass man mal etwas Neues wagen darf. Dafür ist Hann. Münden allerdings ein schwieriges Pflaster.

Wie lief das Stadtmarketing?

Die Aktion „Advent bei mir...“ lief dieses Jahr hervorragend, ebenso auch die Aktion an Fronleichnam. Da wird die WWS dran bleiben. Um den Einzelhandel muss man sich intensiv kümmern, denn geht der Einzelhandel kaputt, stirbt die Stadt. Vor zwei Jahren habe ich gefordert, dass die Stadt ein Einzelhandelskonzept in Auftrag. Jetzt erst ist es geschehen, das ist eindeutig zu spät.

Wie wollen Sie dem Online-Handel etwas entgegensetzen?

Wir haben das Internetportal muenden24, das könnte so erweitert werden, dass Kunden dort Waren in Mündener Geschäften bestellen können. Ein solches Portal müssen die Händler aber auch bewerben.

Gibt es ein Ziel, das Sie in den zweieinhalb Jahren nicht erreicht haben?

Ja. Ich hatte mir vorgenommen, den Doktorwerder zu beleben.

Meine Idee war, eine Brücke von Tanzwerder zum Doktorwerder bauen zu lassen und auf dem Doktorwerder ein Kunst- und Kulturzelt für Veranstaltungen zu errichten. Das habe ich nicht geschafft. Allerdings hat die WWS einen Förderantrag für den Doktorwerder beim Projektbüro Südniedersachsen gestellt.

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