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Giftige Gase strömten aus Paketen mit Kleidung

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Lutterberg. In einem DHL-Gebäude im Lutterberger Gewerbegebiet ist es am Freitagmorgen zu einem Gefahrgutunfall gekommen. Gase sollen aus Paketen mit belasteten  Kleidungsstücken geströmt sein.

Fünf Mitarbeiter des Paketdienstleisters DHL in Lutterberg wurden am Freitag kurz nach 8 Uhr durch Gase verletzt, einer davon schwer. Die Gase waren nach Angaben von Polizeipressesprecherin Jasmin Kaatz aus Paketen ausgetreten, die in zwei Rollcontainern in dem Betriebsgebäude an der Straße Vor der Hecke lagen.

Die Mitarbeiter erlitten Hautreizungen, Augenbrennen sowie Atemnot und ihnen war übel. Der schwerverletzte DHL-Beschäftigte und drei weitere verletzte Mitarbeiter wurden in Kliniken gebracht, ein Verletzter wurde vor Ort medizinisch behandelt.

30 Beschäftigte wurden in Zelten auf dem Betriebsgelände vorsorglich ärztlich untersucht. In den Paketen befanden sich laut Polizeisprecherin mutmaßlich mit Chemikalien belastete Schuhe und Kleidung. Das Ausströmen der Gase war am Morgen bemerkt worden, nachdem zwei Frauen an den Förderbändern schwindlig geworden war.

Der Niederlassungsleiter alarmierte Polizei und Rettungsdienst und ließ die Halle räumen. Die Technische Ermittlungsgruppe Umwelt der Polizeidirektion Göttingen und ein externer Sachverständiger nahmen Proben der Gase, die jetzt ausgewertet werden.

 Das Ergebnis werde für die Polizei Grundlage sein zu prüfen, ob sie ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Stoffen einleitet, sagte Kaatz. Bei den kontaminierten Paketen handele es sich um Retourware, berichtete Lutz Muraro, Pressewart der Feuerwehr Staufenberg. Der Empfänger habe die Pakete mit DHL zurückgeschickt, nachdem er unangenehme Gerüche festgestellt hatte.

120 Feuerwehrleute, Rettungsassistenten und Notärzte waren bis Freitag 15 Uhr im Einsatz. Feuerwehrleute des Gefahrgutzugs gingen in Vollschutzanzügen in die Halle, um den Schadstoffgehalt in der Raumluft zu messen. Die beiden Rollcontainer wurden später gesondert gelagert, die kontaminierten Pakete entsorgt. (kri/mad)

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