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Gegen das Vergessen

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Dransfed. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig über das Projekt „Stolpersteine.“ Zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit entwarf er einst eine Gedenktafel aus Messing, die er vor dem letzten Wohnort jüdischer Bürger verlegte.

Das Beispiel hat längst Schule gemacht, und auch die Mitglieder des Bürgerforums Dransfeld wurden darauf aufmerksam. Seit etwa drei Jahren bereitet der Zusammenschluss aus 15 Freiwilligen eine Verlegung der „Stolpersteine“ vor den Haustüren der ehemaligen jüdischen Mitbürger in Dransfeld vor. In Zusammenarbeit mit der Dransfelder Projektwerkstatt „Spurensuche“ nahm sich das Bürgerforum zunächst zehn Gedenktafeln vor.

„Insgesamt lebten in Dransfeld 43 jüdische Mitbürger, die im Zweiten Weltkrieg von Dransfeld nach Südamerika, die USA und England auswanderten oder in die KZ´s deportiert wurden“, berichtet Ernst Achilles-Wengel. Er ist Mitglied des Bürgerforums Dransfeld und Lehrer an der Grundschule Gimte.

Im Mai sollen die ersten Gedenksteine verlegt werden, später soll vor jedem Haus, in dem einmal eine jüdische Familie lebte, ein „Stolperstein“ an das grausame Schicksal der Bewohner erinnern.

„Die Stolpersteine dienen nicht nur als Ort des Gedenkens. Da sie ebenerdig im Gehsteig liegen, findet das Stolpern nur im Kopf statt. Die Platten sollen Anreiz geben, über die Geschichte der Dransfelder Juden nachzudenken“, so Achilles-Wengel.

Bisher gibt es in Dransfeld immer am 9. November eine Gedenkfeier, um an die Opfer der Progromnacht zu erinnern. Künftig soll auch am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar, an jene erinnert werden, die durch die Nazi-Herrschaft den Tod fanden.

Hierfür plant das Bürgerforum, in Zusammenarbeit mit den Schülern und Konfirmanden der Gemeinde, ab dem nächsten Jahr einen Rundgang entlang der Häuser, in denen einst jüdische Bürger lebten – und die dann durch die Stolpersteine zu erkennen sind.

„Das Projekt wurde sehr gut angenommen. Viele der heutigen Bewohner wussten nichts von der Geschichte ihres Heimes und zeigten sich sehr interessiert an der Aktion,“ sagt Achilles-Wengel.

Auf den Platten werden Name, Geburtsjahr sowie Jahr der Deportierung oder Auswanderung vermerkt.

„Im Mai wird Künstler Gunter Demnig nach Dransfeld kommen und die Steine in den Gehweg einlassen.“

Von Laura Franz

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