Flüchtlingsarbeit: Mündener Schüler werden Paten

Schule gemeinsam bewegen: Jugendliche Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Albanien, Somalia und Eritrea und deutsche Schüler der BBS positionieren und kleiden sich gemeinsam für Toleranz. Foto:  Dessauer

Hann. Münden. Die Berufsbildenden Schulen Münden stellten bei einem Tag der offenen Tür ihre Flüchtlingsarbeit vor.

Am Tag der offenen Tür an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden stand am Freitag vor allem das gemeinsame Integrationsprojekt der zwölften Wirtschaftsklasse von Andrea Laake mit den jugendlichen Flüchtlingen im Fokus, die seit Mitte November in drei Klassen Deutsch lernen.

Die aus Eritrea, Somalia, Afghanistan, Syrien und Albanien stammenden 16- und 17-jährigen Schüler luden die Besucher im Foyer der BBS zu einem „Quiz der Kulturen“ ein. Jeder Teilnehmer, der Fragen nach dem größten Land oder dem längsten Fluss Afrikas beantworten konnte, bekam als Preis selbstgemachte syrische Mehlplätzchen und afghanisches Süßgebäck.

Als Zeichen der Verbundenheit trugen die Schüler ein eigens für diesen Tag entworfenes T-Shirt mit dem Slogan „#Schule #gemeinsam #bewegen“ auf dem Rücken.

Melanie Götz, Lehrerin für Deutsch und Sport an den BBS und seit Ankunft der jugendlichen Flüchtlinge für alle drei Sprachlernklassen zuständig, blickt positiv auf die vergangenen zweieinhalb Monate und die bisherige Integration der geflüchteten Jugendlichen zurück. Es habe zwar anfangs auch Ängste gegeben, aber durch Gespräche konnte diesen frühzeitig begegnet werden und so haben einige Schüler bereits Patenschaften für die neuen Mitschüler übernommen.

Nach einem weiteren Jahr in den Sprachlernklassen, sollen die Jugendlichen individuell auf die einzelnen Klassen aufgeteilt werden. Auf kurz oder lang sollen sie an den BBS einen Hauptschulabschluss machen können.

Die nächste Veranstaltung wird ein Fußballturnier am 17. März sein. Schülerin Hiba Siyala (18) hat das Turnier mit drei anderen Schülern organisiert. Es soll gemischte Teams geben, damit über den gemeinsamen Sport weitere Bekannt- und Freundschaften entstehen können.

Für Hiba sei es ein gutes Gefühl, „nicht nur theoretisch über Integration zu sprechen, sondern sie in die Praxis umzusetzen“. Mindestens einer ihrer neuen Mitschüler dürfte sich ebenso sehr auf das Turnier im März freuen. Der 16-jährige Mohammad Ali aus Somalia träumt davon, Profifußballer bei Schalke 04 zu werden. Seit zwei Wochen trainiert er nun in Kassel. Sowohl in der Schule, als auch im Team habe er sich bisher sehr willkommen und freundlich empfangen gefühlt.

Es müsse darum gehen, die Willkommenskultur dauerhaft aufrecht zu erhalten, so Andrea Laake, um den Jugendlichen durch den Tag der offenen Tür oder Sportveranstaltungen soziale Anknüpfpunkte zu schaffen.

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