Graue Kästen werden bunt

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Jeder Kasten individuell gestaltet: Karoll Bosse (rechts) und Leonard Rokita haben Stromkästen in der Tanzwerderstraße bearbeitet. Oben links ist eine Abbildung, wie der Stromkasten am Ende aussehen soll.

Hann. Münden. Was in den Großstädten schon lange gang und gäbe ist, ist nun auch nach Hann. Münden übergeschwappt: Die Verschönerung von Strom- und Telekomkästen durch Graffitti-Kunst.

Am Samstag haben die beiden Akteure Karoll Bosse und Leonard Rokita aus Bremen an einigen Kästen Hand, beziehungsweise Sprühflasche angelegt, um eintönige Stromkästen mit kreativen Lösungen farblich zu gestalten. So beispielsweise in der Tanzwerderstraße. Die beiden Kästen dort wurden nicht willkürlich bunt besprüht oder mit beliebigen Motiven versehen, sie wurden dem Umfeld, den alten Fachwerkhäusern, farblich angepasst.

Zusammen mit dem städtischen Denkmalpfleger Burkhard Klapp waren die Farben anhand eines Farbfächers, der an der Häuserwand angelegt wurde, abgestimmt worden.

„Das, was wir hier machen ist Maßanfertigung, das ist Sprühen mit Liebe“, sagte Rokita. Es gebe inzwischen Künstler, die sich auf bestimmte Motive eingefahren haben und zwischen denen können Interessierte auswählen. Bei Bosse und Rokita entsteht jede Verschönerung ganz individuell. Beispielsweise wurde der Stromkasten in den Wallanlagen hinter der Rotunde farbenfroh gestaltet, so wie es zu den grünen Anlagen passt.

Zunächst sollen neun von den insgesamt 45 Kästen in der Innenstadt mit Kunst aus der Dose aufgepeppt werden. Auch, wenn einige Menschen diese „Street Art“ nicht begrüßen, sieht Denkmalpfleger Burkhard Klapp darin den Startschuss zu etwas Neuem, zu etwas, was auch die jungen Menschen in der Stadt reizt. Klapp sowie Dr. Joachim Atzert, SPD-Fraktion im Rat, hatten die Aktion initiiert. Finanziert wird sie ausschließlich durch Spenden. Klapp versicherte, dass der städtische Haushalt damit nicht belastet werde.

Für die neun Kästen ist die Finanzierung durch Spenden gesichert, nun ist Klapp auf der Suche nach weiteren Sponsoren. Je nach Größe kostet die Verschönerung eines Exemplares zwischen 300 und 1500 Euro. Sponsoren können auf Wunsch auch auf „ihren“ Kästen in einem Stempel genannt werden.

Bei einem Besuch in Bremen hatte Klapp derartig verschönerte Verteilerkästen gesehen. Dort ist auch der Kontakt zu den beiden Künstlern, die beide freischaffend in mehreren Bereichen tätig sind, entstanden. Klapp hatte noch zwei weitere Angebote eingeholt, die Bremer waren am günstigsten.

Kontakt

Wer bereit ist, für die Bemalung weiterer grauer Kästen in der Altstadt zu spenden, kann sich an Dr. Atzert wenden oder in der Stadtverwaltung an Nicole Berner, Tel.: 05541: 75-242. (zpy)

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