Tumulte in Unterkunft für „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“

Streit bei  Essensausgabe in Unterkunft für Asylbewerber: Sechs Verletzte

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Hann. Münden. In der Asylbewerberunterkunft für Minderjährige in Hann. Münden ist es am Donnerstagmittag während der Essensausgabe zu Handgreiflichkeiten gekommen.

In einer Unterkunft für „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ in der früheren Kurhessen-Kaserne Hann. Münden hat es kurz nach 12 Uhr eine körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Bewohnern unterschiedlicher Herkunft gegeben. Der genaue Geschehensablauf ist noch nicht klar, so die Polizei, die weiter ermittelt.

Aktualisiert 17.32 Uhr

Sechs Menschen wurden bei dem Zwischenfall leicht verletzt, darunter auch zwei 47 und 48 Jahre alte Betreuer und eine 54-jährige Betreuerin, die schlichtend in den entbrannten Streit eingreifen wollten. Die Polizei war mit etlichen Einsatzkräften vor Ort. Nach einer räumlichen Trennung der Kontrahenten durch die Einsatzkräfte hatte sich die Situation vor Ort gegen 13 Uhr beruhigt. Bislang ist bekannt, dass es im Laufe des Vormittags einen Feueralarm (Fehlalarm) in dem Gebäude gab, woraufhin sich die Bewohner auf einem Sammelplatz im Außenbereich einfanden. „Hier entwickelte sich ein zunächst verbaler Streit zwischen zwei Personengruppen, dessen Auslöser noch ermittelt werden muss“, so Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Das Geschehen verlagerte sich anschließend in den Speisesaal der Unterkunft, wo es dann zu körperlichen Übergriffen mit vermutlich bis zu 60 Beteiligten kam. Durch umhergeworfenes Besteck und Geschirr sowie zwei wahrscheinlich als Schlagwerkzeuge eingesetzte Besenstiele wurden nach jetzigem Stand drei Flüchtlinge im Alter von 16 Jahren sowie die drei Betreuer leicht verletzt. Alle wurden mit Kratzwunden und Prellungen im Krankenhaus ambulant behandelt.

Die Polizei stellte die Personalien von insgesamt 60 mutmaßlichen Tatbeteiligten fest. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt, es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Als Reaktion auf das Geschehen hat es noch am frühen Nachmittag ein Gespräch zwischen dem Leiter des Polizeikommissariats Hann. Münden und Verantwortlichen der Jugendhilfe Südniedersachsen gegeben, in dem mögliche Maßnahmen zur künftigen Verhinderung ähnlicher Zwischenfälle besprochen wurden. Es wurden hierbei nnter anderem ab sofort regelmäßig stattfindende, gemeinsame Besprechungen vereinbart.

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