Herausforderung Fels: Hangsicherung an B 80 aufwändiger als geplant

Vorarbeiten für die Hangsicherung: Die Stadt Hann. Münden hat den Hang oberhalb der Bundesstraße 80 in Höhe der Weserumschlag-stelle bereits vor Wochen abgeholzt. Auch das gehörte zu den Vorarbeiten für die Hangsicherung. Fotos: Maaß

Hann. Münden. Termine für den konkreten Beginn der Hangsicherungsarbeiten an der Bundesstraße 80 in Höhe der Weserumschlagstelle in Hann. Münden gab es schon mehrere. Aber noch immer steht dort die hölzerne Prallwand, die nach dem Erdrutsch Mitte 2013 errichtet wurde, um Autofahrer vor Geröll und Steinen zu schützen.

Für Otto Böttger von der für die Bundesstraße zuständigen Landesverkehrsbehörde in Bad Gandersheim liegt das aber auch in der Komplexität des Projekts begründet. Zudem gehe es auch nicht mehr nur darum, die konkrete Stelle des Hangrutsches zu sichern, sondern der ganze Hang wurde geologisch in Augenschein genommen und neu vermessen.

Ziel sei es, den Hang so zu sichern, dass dort in den nächsten Jahrzehnten Ruhe herrsche, sagt Böttger. Deshalb habe sich die Behörde im Zuge der Berguntersuchungen auch entschlossen, die Arbeiten auszuweiten. So wird der Hang nicht nur dort mit neuen Sicherungsnetzen versehen, wo es zum Hangrutsch kam, sondern auch an den Randbereichen werden alte Netze ersetzt.

Nadelöhr seit über zwei Jahren: Nach dem Hangrutsch Mitte 2013 sichert eine Prallwand die Bundesstraße 80 in Hann. Münden in Höhe der Weserumschlag-stelle vor Steinen und Geröll.

Das habe dazu geführt, dass die Ausschreibungen für den Auftrag verändert werden mussten, was wiederum zur Folge hatte, dass es zu Verzögerungen kam. Jetzt hat die Behörde Ende Januar als Starttermin für konkrete Maßnahmen vor Ort im Visier. Derzeit überprüft ein Statiker die Ausführungspläne der Spezialfirma, die mit dem Projekt beauftragt ist.

Der Berg oberhalb der Straße in Höhe der Weserumschlagstelle soll auf einer Länge von etwa 300 Metern mit einem Netz bespannt werden. Dafür werden Halterungen im Hang mit Spezialzement verankert. Auch dazu hat es vor Ort bereits Vorarbeiten gegeben, bei denen die vorgesehenen Verankerungen auf ihre Eignung hin erprobt wurden.

Trotz aller Vorarbeiten müsse aber im Laufe der nun anstehenden Arbeiten auch noch mit Überraschungen gerechnet werden. „Wir arbeiten mit der Natur“, sagt Böttger. Es sei nicht auszuschließen, dass im Fels unerwartete Klüftungen und Brüche vorgefunden würden. Sechs bis acht Wochen Bauzeit sind bisher veranschlagt. In dieser Zeit müsse die Bundesstraße voll gesperrt werden, weil sich Steine und Geröll aus dem Hang lösen könnten.

Die notwendige mehrwöchige Vollsperrung stellte und stellt die Planer vor eine weitere Herausforderung. Mit Blick darauf, dass die Bundesstraße 80 als wichtige Umleitungsstrecke für die Autobahn benötigt wird, sei es notwendig, die Bauzeit möglichst kurz zu halten, betont Böttger. Dazu müssen viele Einzelschritte sehr genau aufeinander abgestimmt sein. (ems)

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