Katholiken kritisieren Reformvorschläge des Bistums für die Kirchengemeinden

Diskussion über Zukunft der katholischen Kirchengemeinden: Von links Pfarrer Dariusz Drabik von der St. Elisabeth-Gemeinde, Pastoralreferentin Christiane Müßig (Bistum Hildesheim), Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke (Bistum Hildesheim) und Franz-Josef Hund aus Staufenberg-Speele, Pfarrgemeinderatsvorsitzender der St.-Elisabeth-Gemeinde. Foto: Kuri

Hann. MÜNDEN/STAUFENBERG. Wie geht es weiter in unserer Kirchengemeinde und im Bistum Hildesheim? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit Gemeindemitglieder der katholischen St. Elisabethkirche Hann. Münden.

Grund dafür ist der Priestermangel der vergangenen Jahre im gesamten Bistum und die absehbare Tendenz, langfristig Planstellen kürzen zu müssen. Ob das auch direkte Auswirkungen auf die Kirchengemeinde Hann. Münden hat oder auf das übergeordnete Dekanat Göttingen, ist noch völlig unklar.

Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke, Leiter der Hauptabteilung Pastoral Hildesheim, hatte dazu einen Ausblick vor Ort gegeben. „Wir stellen die Kirche auf den Kopf“ sagte er. Damit sei in erster Linie nicht gemeint, Pfarrstellen zu kürzen, vielmehr sollte man gemeinsam überlegen, wie jede Gemeinde für sich mehr ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen könnte. Das schlug bei den Zuhörern allerdings auf großen Unmut. Ohnehin werde vor Ort schon überdurchschnittlich viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, hieß es. Die Kinder- und Jugendarbeit werde weitestgehend ehrenamtlich bewerkstelligt.

Dazu gehöre beispielsweise die Betreuung der Messdienergruppen, die Vorbereitung der Kommunionkinder und die Gestaltung der Kindergottesdienste. Auch Hausmeistertätigkeiten würden insbesondere für die Filialkirche St. Judas Thaddäus in Landwehrhagen komplett in Eigenregie erbracht.

„Irgendwann ist die ehrenamtliche Zeitaufwendung ausgereizt“, so der Tenor der vielen Helfer. Auch sehen die Gemeindemitglieder die Stelle ihres Pfarrers gefährdet, der die Gemeinde in ihren Augen vorbildlich zusammenhalte. Dr. Christian Hennecke und Pastoralreferentin Christiane Müßig nutzten den Informations- und Gesprächsabend auch, um sich ein Bild über den Zusammenhalt zu machen und von den vielfältigen Aktivitäten der Kirchengemeinde zu überzeugen.

Ziel sei es nicht, versicherte Hennecke, jeder Kirchengemeinde ein Konzept überzustülpen wie sie mit knapper Personalbesetzung zu arbeiten haben.

Vielmehr möchte man die Gemeinden zu Wort kommen lassen und gemeinsam individuelle Konzepte erarbeiten. Zur Kirchengemeinde St. Elisabeth gehören nicht nur die Katholiken der Altstadt von Hann. Münden, sondern auch die aus den umliegenden Ortschaften bis ins Obergericht.

Die von Dr. Christian Hennecke vorgestellte Bestrebung, dass es bis 2025 im Bistum Hildesheim nur noch etwa 120 Priester und davon lediglich 40 leitende Pfarrer geben soll, ist auch für Pfarrer Dariusz Drabik fraglich.

Einen erkennbaren Lösungsweg für eine mögliche Kürzung der Planstellen im Verhältnis zu dem großen Aufgabenspektrum eines Pfarrers sehe er momentan nicht, so Drabik.

Dazu sei man aber mit dem Dekanat Göttingen bereits in Vergangenheit und auch weiterhin im regelmäßigen Gedankenaustausch, beispielsweise in den Pfarrgemeinderatssitzungen. (zsk)

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