Spiel, Spaß und komplexe Naturzusammenhänge

Herbstferienaktion in Hann. Münden: Kinder spielten in Mittelalter-Dorf

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Für einen Tag Robin Hood und Marie-Ann: Nelli Lamm (rechts) erklärt Rainer Gele und Mia Luna Fernández Juwig das selbstgemachte Mühlenspiel

Hann. Münden. Im mittelalterlichen Dorf Steinrode erlebten Kinder während einer Herbstferienaktion die Welt von Robin Hood, Marie-Ann und Bruder Tuck.

Der spielerische Auftrag für die zehn teilnehmenden Kinder lautete: Versteckt euch vor den Soldaten des Sheriffs von Nottingham. Doch damit dabei keine Langeweile aufkommt, lernten sie unter anderem mittelalterliche Spiele kennen und wie man sie herstellt.

„Das Besondere hier ist, dass man anhand der mittelalterlichen Geschichte das Draußen erleben kann“, so Nelli Lamm vom Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen e.V. Der Verein betreibt das Mittelalterdorf in der Kohlenstraße 101 in Hann. Münden und sorgt für die Betreuung der Kinder. Neben Spiel und Spaß gehe es auch darum, die komplexen Naturzusammenhänge zu verstehen, so Lamm. Nach dem Motto „Vom Rohstoff zum Produkt“ lernen die Kinder den Wald und seine Schätze kennen. „Sie sollen erkennen, dass der Wald viele Rohstoffe birgt“, erklärt Lamm, „dass man aus einem Stück Holz etwas schaffen kann“.

Zum Beispiel das Spiel Libelle. Dazu braucht man eine kleine Astgabel, die die Kinder selber im Wald gesucht und zurechtgeschnitzt haben. Die „Libelle“ wurde aus Stoff genäht und mit Sand gefüllt - danach konnte man sich die Säckchen mit den Astgabeln zuwerfen. Auch ein Mühlespiel wurde angefertigt. Dabei wurden die Mühlensteine aus Ästen gesägt und glatt geschmirgelt. Das Mühlebrett besteht aus bemaltem Leder oder Filz.

Da sich die Kinder an diesem Tag im Mittelalter und auch noch im Wald befinden, haben sie keine andere Wahl, als Dinge selber herzustellen. Das bezieht sich auch auf das Essen. So wurde nach der Ankunft zusammen gefrühstückt. Das mittelalterliche Menü bestand aus Brötchen und Brot - selbst im Lehmofen gebacken - Butter, Äpfel, Karotten und Tee.

Zum Mittagessen gab es Bratwürste und Pfannkuchen mit Speck, oder wie es im Mittelalterdorf bezeichnet wird: Weizenfladen in der Eisenpfanne.

Das ‘selber machen’ kommt bei den Kindern im mittelalterlichen Dorf gut an. „Ich finde alles hier schön“, erzählt die als Marie-Ann verkleidete Mia Luna Fernández Juwig (9). Sie findet es gut, dass „man hier so viel machen kann und nicht ständig einer kommt und ‘nein’ sagt. Dass man selber Ideen entwickeln kann.“

Einzelne Erlebnistage im mittelalterlichen Dorf Steinrode können das ganze Jahr über gebucht werden. Die Erlebnistage gehen von 9 bis 15.30 Uhr und kosten 17 Euro inklusive Verpflegung. Anmeldungen nimmt Nelli Lamm unter 0176/ 61043829 oder info@steinrode.de entgegen.

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