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Nachfrage um das Achtfache gestiegen: Kleine Waffenscheine immer begehrter

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Von: Axel Welch

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Täuschend echt: Diese Frau hält eine Schreckschusspistole in der Hand, die in Waffengeschäften frei verkäuflich sind. Immer mehr Menschen auch im Kreis Northeim decken sich damit ein. Foto: dpa
Täuschend echt: Diese Frau hält eine Schreckschusspistole in der Hand, die in Waffengeschäften frei verkäuflich sind. Immer mehr Menschen auch im Kreis Northeim decken sich damit ein. © dpa

Hann.Münden. Die Zahl der Anträge auf den sogenannten Kleinen Waffenschein hat sich deutlich erhöht. Mehr als 16 000 Niedersachsen beantragten 2016 einen Waffenschein.

2015 waren es noch rund 2000. Dies ist das Ergebnis einer Abfrage des Norddeutschen Rundfunks bei den 108 Waffenbehörden des Landes.

2016 wurden in Hann.Münden 59 Kleine Waffenscheine beantragt. Im Vorjahr sind neun Kleine Waffenscheine ausgestellt worden. Das teilte Jörg Golde von der Ordnungsbehörde der Stadt Hann. Münden mit. Bereits Anfang dieses Jahres ging die Zahl der Anträge nach oben. Waffenscheinexperte Golde hatte bereits Anfang des Jahres erklärt, dass nach den Vorfällen zu Silvester in Köln ein massiver Anstieg der Interessenten zu verzeichnen gewesen sei.

Nach Angaben der Landkreisverwaltung in Göttingen wurden im alten Landkreis Göttingen, ohne die Städte Göttingen, Duderstadt und Hann. Münden, in diesem Jahr bis Ende Oktober 141 Kleine Waffenscheine beantragt. 2015 waren es 19. Im Nachbarkreis Northeim sieht es ähnlich aus: Mit 324 Papieren hat sich die Zahl dort innerhalb eines Jahres verfünffacht.

Ob die gestiegene Gefahrenlage in Deutschland zu einem weiteren Anstieg der Anträge führen wird, kann derzeit seriös nicht beantwortet werden.

Keine Prüfung

Um den Kleinen Waffenschein zu erhalten, muss man volljährig sein. Eine Prüfung ist nicht erforderlich. Alle drei Jahre wird von der Ordnungsbehörde die Eignung des Waffenscheinbesitzers überprüft. Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen einer Schreckschusswaffe. An wen eine Lizenz ausgegeben wird, haben die zuständigen Waffenbehörden, das Ordnungsamt in Hann.Münden für die Dreiflüssestadt, oder die Landkreisverwaltung für Dransfeld und Staufenberg, zu entscheiden.

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