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Klinik-Fusion: VKH-Beschäftigte werden vorerst übernommen, aber was ist ab 2015?

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Vor großem Publikum: Die Sondersitzung der Rates am Mittwochnachmittag im großen Sitzungssaal der Versorgungsbetriebe am Werraweg. Zuhörer waren vor allem Ärzte, Verwaltungs- und Pflegepersonal des Vereinskrankenhauses, aber auch des Nephrologischen Zentrums. © Foto: Schmidt

Hann. Münden. Gedrückte Stimmung im Evangelischen Vereinskrankenhaus Hann. Münden: Viele der Beschäftigten fürchten um ihren Arbeitsplatz – und damit um ihre und ihrer Familien Zukunft.

Das wurde am Rande der Sondersitzung des Rates deutlich, in der es um die Fusion des finanziell angeschlagenen Vereinskrankenhauses (VKH) mit dem Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) zum Mündener Klinikum ging (HNA berichtete).

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Zwar hat der künftige Träger des gemeinsamen Klinikums – die AWO-Gesundheitsdienste gGmbH, die heute schon das NZN/Gesundheitszentrum am Vogelsang führt – eine Übernahme der VKH-Mitarbeiter zugesagt. Doch soll diese Option nur bis 2015 gelten, während der NZN-Komplex baulich erweitert wird und das komplette Vereinskrankenhaus danach dorthin umzieht.

Was aber passiert, sobald die „Einhäusigkeit“ erreicht ist, darüber gibt es noch keine verbindlichen Aussagen. Das bisher vorliegende Konzept für das Klinikum nennt als Ziele eine Belegungs- und Ertragssteigerung sowie die Schaffung neuer Angebote. Es spricht aber auch von Kostensenkung und Synergieeffekten. „Wer solche Begriffe liest, kann sich denken, dass auf Dauer nicht mehr alle von uns gebraucht werden“, orakelte ein VKH-Mitarbeiter nach der Sitzung.

„VKH ohne Fusion am Ende“

Da halfen auch alle optimistischen Einschätzungen nichts, die in der Fusionsdebatte der vergangenen Wochen ausgesprochen worden waren. In der VKH-Belegschaft werden sie bestenfalls als Beruhigungspillen angesehen.

So forderte Linken-Ratsfrau Kirsten Klein ein Konzept zur langfristigen Beschäftigungssicherung über 2015 hinaus. Die anderen Redner, wie SPD-Fraktionschef Heinrich Schminke und CDU-Fraktionschef Ulrich Reichel, betonten stattdessen, dass oberstes Ziel die dauerhafte Erhaltung der Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung sein müsse – von der Sicherung der Spezialleistungen des NZN ganz abgesehen. Die einzig realistische Lösung sei eine Fusion. Keiner der Befürworter machte einen Hehl daraus, dass andernfalls das VKH am Ende wäre – und Hann. Münden um bedeutende ortsnahe medizinische Leistungen ärmer.

Heinrich Schminke sprach denn auch von einem zukunftsweisenden Konzept, an dem viele im Wissen um den Ernst der Lage mitgearbeitet hätten und das seinesgleichen suche. Ausdrücklich hob er dabei die konstruktive Rolle von Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU) hervor. Ulrich Reichel sagte, was die Frage der Beschäftigung und der Nachnutzung des VKH-Geländes angehe, bleibe im Moment nichts anderes übrig, als den Aussagen des künftigen gemeinsamen Klinikträgers AWO-Gesundheitsdiense zu vertrauen sowie der Zusicherung des Landrats, die Nachnutzung des VKH unterstützen zu wollen.

Von Axel Schmidt

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