Landrat Bernhard Reuter: Ländlicher Raum braucht mehr Geld

Landkreis Göttingen. Der ländliche Raum braucht mehr Geld von Bund und Land, um eine Infrastruktur zu erhalten, die jungen Familien ein Leben auf dem Land attraktiv erscheinen lässt.

Das forderte Landrat Bernhard Reuter (SPD) kürzlich bei einer Diskussion in Göttingen zum Thema Landflucht und boomende Städte. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, der Göttinger Abgeordnete Thomas Oppermann (SPD), hatte dazu eingeladen.

Der Volkswirtschaftler Prof. Dr. Harald Simons vom Empirica Institut Berlin hatte die Ergebnisse einer Studie zum Wanderungsverhalten vorgestellt. Trotz Bevölkerungsrückgangs fehlen bundesweit 800.000 Wohnungen, weil sich jüngere Menschen auf wenige sogenannte Schwarmstädte verteilen, während ländliche Regionen ausbluten.

Landrat Reuter meinte, Kleinstädte seien bei der Zuweisung von Geld aus dem Landestopf gegenüber großen Städten benachteiligt. Große Städte erhielten pro Einwohner prozentual mehr Geld vom Land als Kleinstädte. Hann. Münden beispielsweise hätte mit dem Einwohnerbonus von Braunschweig acht Millionen Euro mehr zur Verfügung. Diese Verteilung des Geldes sei eine politische Entscheidung, so Reuter, die überdacht werden müsse.

Um die Landflucht zu stoppen, weist der Landrat auf das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ hin. Jungen Familien sollte mit einem Zuschuss Anreiz gegeben werden, ein leerstehendes Haus auf dem Land zu erwerben und zu sanieren. Erforderlich sei zudem, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und ihn erschwinglich zu machen.

Als weitere zentrale Punkte, um den ländlichen Raum zu erhalten, nannte der Landrat schnelles Internet und ärztliche Versorgung. 70 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland schrieben rote Zahlen. Medizinische Versorgung dürfe sich nicht nach der Fallpauschale richten, sondern der Bund müsse die Krankenhausfinanzierung neu organisieren, so Reuter.

Rubriklistenbild: © dpa

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