Landratskandidat Eckhard Fascher: Eintreten für Schwache

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Geht für die Linke bei der Landratswahl am 11. September ins Rennen: Sozialwissenschaftler Dr. Eckhard Fascher.

Landkreis Göttingen. Als Schüler war er schon Kreistagsabgeordneter: Dr. Eckhard Fascher, 54, der zur Landratswahl im Kreis Göttingen für die Partei Die Linke ins Rennen geht, ist seit über 30 Jahren in der Politik aktiv.

Damals war er noch Grüner, hatte sogar den Ortsverein der Grünen in Hofgeismar mitgegründet, erzählt er. Die 1980er seien eine Zeit der Polarisierung in der Politik gewesen: Man befürchtete den 3. Weltkrieg, die Friedens- und Umweltbewegung wuchs, „das beschäftigte einen als junger Mensch“.

„Andere Parteien sehen den Kreis als Verwaltungseinheit, wir sehen hier mehr, nämlich Daseinsvorsorge.“

Die Grünen seien die Öko-Opposition gewesen. Dann aber kam aus seiner Sicht die Öko-Partei im Mainstream an und Fascher wechselte 1998 zur PDS. Die ging mit der WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit) in der Partei „Die Linke“ auf. „Seit April 1998 bin ich Linker“, sagt Fascher.

Sie sozialen und die ökologischen Fragen treiben ihn um - eintreten für sozial Schwache und den rapiden Ressourcenverbrauch bremsen. Mit diesen Themen befasste er sich in seiner Studie „Ökologischer Sozialismus“, die er im Auftrag der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen erarbeitete.

Im Kreistag stehe das Soziale im Vordergrund, etwa: Eine Integrierte Gesamtschule auch für Hann. Münden wäre wichtig für die Chancengleichheit.

Im Naturschutz achte die Kreisverwaltung zu sehr auf Lobby-Interessen, sagt Fascher, so wie Jagdverbände, Waldbesitzer und Landwirtschaft. Das habe in Adelebsen ein Naturschutzgebiet verhindert. Das geht ihm gegen den Strich.

Seit 2006 ist Fascher im Kreistag, seitdem auch Fraktionsvorsitzender. Da habe man „von Anfang an den Gedanken, dass es schön wäre, die Verwaltung zu leiten“, sagt er. Es reiche nicht aus, immer nur aus der Opposition heraus zu kritisieren, sondern man wolle auch selbst gestalten.

„Andere Parteien sehen den Kreis als Verwaltungseinheit, wir sehen hier mehr, nämlich Daseinsvorsorge“, sagt der Linke und sprudelt los: Die größte Herausforderung ist die soziale Gerechtigkeit, jeder muss frei von Existenzangst leben können, keine Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger, ein kommunaler Öffentlicher Personennahverkehr, auch Krankenhäuser gehören in die öffentliche Hand, man braucht geförderte Beschäftigungsverhältnisse, und das Klimaschutzprogramm muss man fortführen und forcieren. Beruflich betreut Dr. Fascher Jugendliche. Ihm sei wichtig, Jugendliche, die in schwierigen Bedingungen lebten, in Gesellschaft und Berufsleben zu integrieren.

Fascher lebt in einer bunten Nachbarschaft in Göttingen. Dort arbeitet er ehrenamtlich am Aufbau eines Stadtteilzentrums mit.

Außerdem ist er Schulelternsprecher, denn „es ist wichtig, auch im eigenen Stadtteil etwas zu verändern.“

ZUR PERSON: Dr. Eckhard Fascher (54), geboren in Marburg, studierte Sozialwissenschaften in Göttingen. In seiner Promotion befasste er sich mit dem Vergleich extremer Parteien. Er arbeitete zweieinhalb Jahre als Entwicklungshelfer in Mosambik, war in Südafrika und Zimbabwe, koordinierte Agenda-21-Initiativgruppen in Göttingen und betreut heute Jugendiche. Fascher ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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