Landratskandidat Theuvsen: „Dörfern Chance lassen“

Tritt für die CDU bei der Landratswahl am 11. September an: Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Agrarökonom an der Universität Göttingen. Foto: Krischmann

Landkreis Göttingen. Die Bevölkerungszahl in Südniedersachsen geht zurück und die Zahl der alten Menschen steigt - diese Entwicklungen werden als demografischer Wandel bezeichnet.

Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, der bei Landratswahl für die CDU antritt, sieht in der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderung kein unabwendbares Schicksal, sondern eine Herausforderung.

Um die Abwanderung junger Leute aus ländlichen Räumen zu stoppen, setzt der Professor für Betriebswirtschaft auf Marketing. „Wir müssen die Vorteile des Lebens auf dem Land herausstellen“, sagt Theuvsen, als da wären die im Vergleich zur Stadt geringeren Mieten und Grundstückspreise.

Damit die Geschäfte und Gaststätten auf dem Land überleben können, will der 52-Jährige im Fall seiner Wahl sich für eine Reform des Denkmalschutzes einsetzen. Der Satz: Stellen Sie einen Antrag und ich sage Ihnen, was nicht geht, gehöre gestrichen. Er werde dafür sorgen, dass die Denkmalschutzbehörde nötige Umbauten in alte Häuser unterstützt und nicht verhindert. Sein Fazit nach Gesprächen mit Eigentümern, Händlern und Gastronomen: Die Auflagen sind zu hoch. „Wir müssen den Dörfern wieder eine Chance lassen.“

Bürokratie abbauen

Abbau bürokratischer Hürden - das sei auch nötig, um Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, betont der Landratskandidat. Er wisse von Unternehmern, dass es aufgrund behördlicher Auflagen sehr schwer sei, junge Flüchtlinge als Praktikanten zu beschäftigen.

Eine weitere zentrale Aufgabe sieht der Göttinger CDU-Mann darin, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis auf neue Füße zu stellen. Mehr Qualität sei nötig, etwa Angebote außerhalb des Berufsverkehrs zu schaffen, morgens nach 9 Uhr und spätabends. Hinzu komme, dass mit sinkender Schülerzahl der ÖPNV in der Fläche nicht mehr funktioniere. Eine Ergänzung müsse her, am Bedarf orientiert. Statt leerer Busse über Internet organisierte passgenaue Bürgerbusse beispielsweise. Theuvsen: „Der Landkreis muss Vorreiter werden für den ÖPNV und dabei alle Möglichkeiten einbeziehen.“ Nachholbedarf erkennt er auch bei der Wirtschaftsförderung. Von außen betrachtet werde die Region nicht als wirtschaftlich dynamisch wahrgenommen. Der von Landrat Reuter gepriesene Südniedersachsenplan der rot-grünen Landesregierung sei nur ein Papiertiger, meint Theuvsen. Der Plan fasse lediglich Fördergeld von EU, Bund und Land zusammen, das auch ohne ihn geflossen wäre. „Der Südniedersachsenplan brachte wenig Rückenwind für unseren Kreis.“

Welche Wahlchancen rechnet sich der Christdemokrat aus? Sein erstes Teilziel sei, in die Stichwahl zu kommen. Und dann, so Theuvsen, „sehen wir weiter.“

Lesen Sie auch:

- Landratskandidat Eckhard Fascher: Eintreten für Schwache

- Landratskandidat Täuber (Alfa): Nicht tatenlos zusehen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.