Oberweser-Anrainer verabschieden Resolution gegen Windkraft- und Salzabwasseranlagen

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Idylle im Bramwald: Schottische Hochlandrinder auf der Huteweide. 

Hann. Münden. Die Stadt Hann. Münden, die Gemeinden Reinhardshagen, Wahlsburg und Oberweser sowie der Flecken Bodenfelde haben eine gemeinsame Resolution verabschiedet, mit der sie sich gegen Windkraftanlagen im Reinhardswald und gegen die Versalzung der Weser durch Abwässer von K+S aussprechen.

Die Oberweserregion mit Reinhardswald und Bramwald sei schützenswert, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von Mündens Bürgermeister Harald Wegener. Die jüngsten Bestrebungen der windindustriellen Nutzung des Reinhardwaldes und der Nutzung von Reinhardswald und Weser zur Beseitigung salzhaltiger Abwässer stellten alle Bemühungen der Anrainerkommunen in Frage. Die Resolution richtet sich an die politischen Parteienvertreter in den Ausschüssen und Gremien in Hessen und an das Hessische Wirtschaftsministerium, das Hessische Umweltministerium, das Regierungspräsidium in Kassel und an die Regionalversammlung Nordhessen.

Sie alle werden aufgeordert, „von der industriellen Nutzung des Reinhardswaldes und der Weser Abstand zu nehmen und jeglicher Planungen Dritter entschieden entgegen zu treten. Von besonderer Bedeutung sind dabei die aktuellen Bestrebungen von Hessen-Forst zur Vermarktung von Windvorrangflächen und die Planungen von Kali + Salz zum Bau einer Oberwesersalzpipeline mit einem großflächigen Salzsee. Die Bürgermeister zeigen • Unverständnis darüber, dass die bisherigen Ziele und Grundsätze der Raumordnung wirtschaftlichen Interessen geopfert werden sollen; • Unverständnis darüber, dass die Bedeutung des Tourismus für die Regionalentwicklung und insbesondere die Oberweserregion verkannt und die touristischen Belange nicht als „Schutzgut“ in die Abwägung eingestellt werden; • Unverständnis darüber, dass Vorsorgegesichtspunkte bei der Bewertung der Schutzgüter weitgehend außer Acht gelassen werden. Stattdessen sollen Flächenfestlegungen in Konfrontation mit Kommunen und diversen Bürgerinitiativen durchgesetzt werden.“

Bürgermeister Wegener: „Es ist unser Ziel, gemeinsam Position zu beziehen, um die schützenswerte Landschaft der Oberweserregion zu erhalten. Mit der Resolution und mit unserem gemeinsamen Auftreten als Bürgermeister an der Oberweser erwarten wir eine stärkere Berücksichtigung unserer Forderungen.“

Die fünf Kommunen bemühten sich, sich als naturnahe Erlebnisregion mit hoher Wohnqualität zu profilieren, heißt es in der resolution. Die Bemühungen zeigten Erfolge: Die jährlichen Umsätze durch Besucher der Region bewegten sich im dreistelligen Millionenbereich. 

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